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	<title>04/2022 Archive - KinderKinder</title>
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	<description>Sicherheit &#38; Gesundheit in Kindertageseinrichtungen</description>
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		<title>Kyrylo ist angekommen</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/kyrylo-ist-angekommen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2022 13:29:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[04/2022]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kyrylo ist ins Spiel vertieft. Immer wieder lässt er das Spielzeugauto die Rutsche runtersausen. Immer wieder bringt Maya es ihm zurück. Manchmal tauschen sie auch die Rollen. Ist nur fair. Die beiden stimmen sich miteinan­der ab. Das funktioniert ohne Worte. Muss es auch. Denn Kyrylo spricht kein Deutsch. Nur ein paar Monate ist es her, seit &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/kyrylo-ist-angekommen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Kyrylo ist angekommen“ </span>weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kyrylo ist ins Spiel vertieft. Immer wieder lässt er das Spielzeugauto die Rutsche runtersausen. Immer wieder bringt Maya es ihm zurück. Manchmal tauschen sie auch die Rollen. Ist nur fair. Die beiden stimmen sich miteinan­der ab. Das funktioniert ohne Worte. Muss es auch. Denn Kyrylo spricht kein Deutsch. Nur ein paar Monate ist es her, seit er mit seiner Mutter in Hamburg ankam. Raus aus dem Krieg in der Ukraine, rein in die Kita Steilshooper Allee.</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2 style="font-weight: 400;"><strong>KURZ GESAGT!</strong></h2>
<p style="font-weight: 400;">_Offen und vorurteilsfrei neuen Menschen und Situationen begegnen</p>
<p style="font-weight: 400;">_Sprachbarrieren sind für den Aufbau einer Bindung zum Kind nicht entscheidend</p>
<p style="font-weight: 400;">_Gesprächsbereitschaft signalisieren: ja – Gespräch suchen: nein</p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<h2>Die Sorgen der Erzieherinnen verfliegen schnell</h2>
<p>Seine Bezugserzieherin Sarah Schulte hatte sich auf eine lange Eingewöhnung eingestellt. Schließlich kamen viele Faktoren zusammen: Fluchterfahrung, Trennung vom Vater, neues Land, neue Umgebung, neue Sprache. Kann so etwas spurlos an einem Kind vorbeigehen? Die Sorgen verflogen schnell. „Kyrylo hat das erstaunlich gut gemacht“, sagt die Erzieherin. „Er hat sich recht schnell von der Mutter gelöst.“ Stattdessen knüpfte er buchstäblich spielerisch Kontakt zu den anderen Kindern, „obwohl ihn keiner verstanden hat und er auch nicht viel ver­standen hat. Die Kinder nehmen aber alle so, wie sie sind.“ Mit Kyrylo gebe es kaum Konflikte: „Er hat eine hohe soziale Kompetenz.“ Und im Morgenkreis singt er schon die Lieder mit.</p>
<figure id="attachment_3982" aria-describedby="caption-attachment-3982" style="width: 3083px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-3982 size-full" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404.jpg" alt="" width="3083" height="2055" srcset="https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404.jpg 3083w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404-300x200.jpg 300w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404-768x512.jpg 768w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404-1440x960.jpg 1440w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404-250x167.jpg 250w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404-1392x928.jpg 1392w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404-263x175.jpg 263w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404-540x360.jpg 540w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404-580x387.jpg 580w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404-379x253.jpg 379w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404-238x159.jpg 238w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193647-e1667419106404-214x143.jpg 214w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /><figcaption id="caption-attachment-3982" class="wp-caption-text">Kyrylo hat spielerisch Kontakt zu den anderen Kindern geknüpft.</figcaption></figure>
<p>Die gut vernetzte Kita Steilshooper Allee musste schnell reagieren, als die Nachricht der benach­barten Grundschule kam: Man habe ein Kind aus der Ukraine aufgenommen, die Mutter wohne in der Nachbarschaft und habe noch ein jüngeres Geschwisterkind: Kyrylo. „Das sind ‚Hoppla­-hopp‘-­Geschichten, auf die wir uns nicht lange einstellen können“, sagt Kitaleite­rin Maren Albers­-Witte. Glückliche Umstände halfen ein wenig: Die ukrainische Schwägerin von Kyrylos Mutter Tetiana wohnt seit 15 Jahren in Hamburg und fungierte am ersten Tag als Dol­metscherin. Außerdem hatte just an Kyrylos ers­tem Kitatag auch Erzieher Allanur Ashyrov aus Turkmenistan seinen ersten Arbeitstag. Rus­sisch können sowohl er als auch Kyrylo.</p>
<figure id="attachment_3984" aria-describedby="caption-attachment-3984" style="width: 4256px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-3984 size-full" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692.jpg" width="4256" height="2832" srcset="https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692.jpg 4256w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692-300x200.jpg 300w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692-768x511.jpg 768w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692-1440x958.jpg 1440w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692-250x166.jpg 250w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692-1392x926.jpg 1392w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692-263x175.jpg 263w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692-541x360.jpg 541w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692-580x386.jpg 580w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692-379x252.jpg 379w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692-238x158.jpg 238w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193692-214x142.jpg 214w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /><figcaption id="caption-attachment-3984" class="wp-caption-text">Erzieher Allanur Ashyrov kann sich auf Russisch mit dem vierjährigen Jungen aus der Ukraine unterhalten.</figcaption></figure>
<h2>Integration: eine Frage der Haltung</h2>
<p>Selbstverständlich war es nicht nur Zufall, dass die Eingewöhnung so gut funktionierte. Die Kita Steilshooper Allee gehört zu Hamburgs größ­tem Kitaträger, den Elbkindern, die mehr als 180 Kitas betreiben. Integration ist für die Kita eine Frage der Haltung. „Wir profitieren davon, dass wir seit 2006 Kinder mit Behinderungen n unserem Haus betreuen“, erklärt Maren Albers­-Witte. „Ein Kind kann vielleicht nicht laufen, ein Kind kann nicht sprechen, ein Kind schreit ständig – wir müssen uns immer auf die Situation einlassen.“</p>
<figure id="attachment_3985" aria-describedby="caption-attachment-3985" style="width: 2830px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-3985 size-full" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178.jpg" alt="" width="2830" height="1883" srcset="https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178.jpg 2830w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178-300x200.jpg 300w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178-768x511.jpg 768w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178-1440x958.jpg 1440w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178-250x166.jpg 250w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178-1392x926.jpg 1392w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178-263x175.jpg 263w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178-541x360.jpg 541w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178-580x386.jpg 580w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178-379x252.jpg 379w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178-238x158.jpg 238w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193659-e1667419045178-214x142.jpg 214w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /><figcaption id="caption-attachment-3985" class="wp-caption-text">„Wichtiger als jede Fortbildung ist die innere Haltung“, sagt Erzieherin Sarah Schulte.</figcaption></figure>
<p>Außerdem habe das zu einem grundsätzlichen Perspektivenwechsel bei Erzieherinnen und Erziehern geführt, die einen guten Blick für die besonderen Fähigkei­ten und Talente aller Kinder entwickelt haben. Für die 135 Kinder in Steilshoop sind Inklusion und Integration völlig normal. Sie kennen es nicht anders. „Bei uns werden 22 Muttersprachen gesprochen“, führt Maren Albers­Witte aus. Eine davon spricht Kyrylo. „Für die Kinder ist das nichts Besonderes.“ Im Bewegungsraum, im Spiel mit Autos und auch bei Gesellschafts­spielen ist der Vierjährige aus der Ukraine in sei­nem Element. „Er hat eine unglaublich schnelle Auffassungsgabe“, hat Sarah Schulte festge­stellt. Also: Ich bin dran mit Würfeln, das ist meine Figur, da muss ich lang – los geht’s!</p>
<figure id="attachment_3983" aria-describedby="caption-attachment-3983" style="width: 3369px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3983 size-full" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129.jpg" alt="" width="3369" height="2246" srcset="https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129.jpg 3369w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129-300x200.jpg 300w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129-768x512.jpg 768w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129-1440x960.jpg 1440w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129-250x167.jpg 250w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129-1392x928.jpg 1392w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129-263x175.jpg 263w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129-540x360.jpg 540w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129-580x387.jpg 580w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129-379x253.jpg 379w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129-238x159.jpg 238w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/6-9_whu193646-e1667419143129-214x143.jpg 214w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /><figcaption id="caption-attachment-3983" class="wp-caption-text">Ich bin dran mit Würfeln – los geht‘s! Seine schnelle Auffassungsgabe hat Kyrylo das Ankommen erleichtert.</figcaption></figure>
<p>Für Erzieherinnen und Erzieher ist es beim Auf­bau einer Bindung keine allzu große Hürde, wenn Kinder die Sprache nicht sprechen – bei Krippenkindern ist das auch der Fall. „Für mich ist es eher problematisch, wenn ich die Eltern nicht verstehe“, sagt Sarah Schulte.</p>
<h2>Der imaginäre Rucksack</h2>
<p>Soziale und kulturelle Hintergründe spielen beim Verständnis füreinander eine wichtige Rolle. „Für uns ist es immer spannend, wenn Familien neu zu uns kommen und wir ihre Vor­stellungen nicht kennen“, sagt Maren Albers­-Witte. Manche Eltern sind über Eingewöhnungs­konzepte erstaunt. Andere wundern sich, dass ihre Kinder mit vier Jahren noch nicht schreiben können, weil das in ihrem Land so üblich ist. „Alle tragen einen imaginären Rucksack und man bildet sich als Erzieherin oft ein zu wissen, was drin ist. Man weiß es aber nicht, man hat nur Vermutungen. Manchmal hat man damit recht, ganz oft aber auch nicht.“ Deshalb gehe es immer darum, sich der eigenen Vorurteile bewusst zu werden und diese auf den Prüfstand zu stellen. Neugierig zu sein und sich überra­schen zu lassen – das sei die beste Einstellung, um Menschen zu begegnen.</p>
<p>Schon 2015 machte die Kita Steilshooper Allee diese Erfahrung, als sie in Flüchtlingsunter­künfte ging und dort den syrischen Familien Hilfe anbot. „Wir haben gemerkt: Das war nett gemeint, aber nicht das, was die Eltern wollten. Die wollten Sicherheit, einen Arbeitsplatz und einen Deutschkurs“, sagt Maren Albers-­Witte. „Unsere Kernaufgabe ist es, den Kindern mit der Kita einen sicheren Ort anzubieten.“</p>
<p>Im Umgang mit den Kindern ist viel Fingerspit­zengefühl gefragt. Auf der einen Seite schafft die Kita einen Rahmen, in dem die Kinder von sich aus über ihre Erlebnisse reden kön­nen. In Hamburg haben sie 2015 zum Beispiel Bilderbücher angeschafft, die sich mit Flucht­geschichten auseinandersetzen. Über einen tra­gischen Unfall, bei dem ein Kind auf dem Weg zur Kita ums Leben gekommen war, sprachen sie im Morgenkreis. Die Kinder konnten zudem in ein ausliegendes Buch malen oder etwas einkleben, um das Unglück zu verarbeiten. Und manchmal kommt es ganz unvermittelt. Als es einmal Tomatensuppe gab, sagte ein Kind, das seine Mutter verloren hatte, zu Sarah Schulte: „Mama hat auch immer Tomatensuppe gekocht. Aber Papa kann das jetzt auch.“ An solchen bei­läufigen Kleinigkeiten merke man, dass gerade Gesprächsbedarf herrsche.</p>
<p>Aber, und das ist die andere Seite: Kinder soll­ten nicht bedrängt werden, über ihre Erlebnisse zu sprechen. „Die Kinder entscheiden, wie weit es gehen soll“, stellt Erzieherin Sarah Schulte klar. Das machten sie deutlich, indem sie von sich aus das Thema wechseln würden.</p>
<h2>Kita unterstützt die Familien</h2>
<p>Keinesfalls stellen sie in Hamburg direkte Fra­gen, wie Maren Albers­-Witte veranschaulicht: „Jetzt erzähl doch mal: Seid ihr mit dem Schiff gefahren? War es schlimm?“ Damit würden die pädagogischen Fachkräfte ihren Aufgabenbe­reich verlassen. „Wenn wir das täten, würden wir unter Umständen ein Fass aufmachen, mit dem wir nicht umgehen können – wir wissen ja nicht, ob das Kind traumatisiert ist“, erläutert die Kitaleiterin. Die Aufarbeitung der Erlebnisse oder Traumata sei die Aufgabe von Fachleuten aus Psychiatrie oder Psychotherapie.</p>
<p>Wie die Kinder würden auch Eltern von sich aus auf die Kita zukommen, wenn sie Unterstützung bräuchten. Die Mutter von Kyrylo zum Beispiel hatte zunächst einen Rechtsanspruch auf fünf Stunden in der Kita, wollte aber die Betreuungs­zeit erhöhen, um einen Minijob antreten und einen Deutschkurs besuchen zu können. Die Kita half bei der Behördenangelegenheit – nun wird Kyrylo acht Stunden am Tag betreut. Über die Flucht aus der Ukraine weiß das Kitateam hingegen nicht viel: Die Heimatstadt Dnipro ist immer wieder Ziel von russischen Raketen­angriffen, der Vater noch dort. Alles andere wird Kyrylos Mutter Tetiana schon von sich aus erzählen – falls sie es möchte und wann sie es möchte. „Viele Sachen kommen, wenn die Fami­lien schon eine Weile da sind und eine stabile Bindung besteht“, weiß Maren Albers­-Witte aus Erfahrung.</p>
<p>„Jede Familie ist erst einmal eine Familie“, fasst Sarah Schulte zusammen. „Es sollte egal sein, was in dem imaginären Rucksack ist – wir wis­sen es ohnehin nicht.“ Fortbildungen könnten den Fachkräften zwar Rüstzeug im Umgang mit geflüchteten oder traumatisierten Kindern an die Hand geben. „Wichtiger als jede Fortbil­dung ist aber die innere Haltung.“ Also: keine Berührungsängste haben und offen sein. „Alle so annehmen, wie sie sind – das wird bei uns gelebt.“ So klappt’s auch mit der Integration.</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-infos-green"></p>
<h2 style="font-weight: 400; text-align: center;">Echt praktisch!</h2>
<p style="text-align: center;">Tipps zur Integration aus der Ukraine geflüchteter Kinder haben wir Ihnen auf unserer Webseite zusammenge­stellt:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://www.kinderkinder.dguv.de/krieg-in-der-ukraine/">www.kinderkinder.dguv.de/krieg-in-der-ukraine/</a></p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
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		<title>„ Vermeiden Sie, das Trauma anzusprechen&#8220;</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/vermeiden-sie-das-trauma-anzusprechen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2022 13:30:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[04/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Trauma gilt oft als Metapher für alles Furchtbare. Was genau ist ein Trauma? Trauma bedeutet zunächst Verletzung. Man kennt den Begriff „Trauma“ auch aus der körper­lichen Medizin. Man unterscheidet je nach Kon­text: Ist es eine körperliche Verletzung, die dem Organismus zugefügt wird, oder eine auch noch später bestehende Traumafolgestörung? Das wird oft vermischt. Ein kleineres &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/vermeiden-sie-das-trauma-anzusprechen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„„ Vermeiden Sie, das Trauma anzusprechen&#8220;“ </span>weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<!-- div class="rechte-spalte"></p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-4003 size-medium" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/11/weber-231x300.png" alt="" width="231" height="300" srcset="https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/weber-231x300.png 231w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/weber-768x999.png 768w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/weber-250x325.png 250w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/weber-263x342.png 263w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/weber-277x360.png 277w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/weber-580x755.png 580w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/weber-196x255.png 196w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/weber-238x310.png 238w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/weber-214x278.png 214w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/11/weber.png 1188w" sizes="auto, (max-width: 231px) 85vw, 231px" />&nbsp;</strong></p>
<p><sup>Der Diplom-Psychologe Thomas Weber leitet das Zentrum für Trauma- und Konfliktmanagement (ZTK) in Köln, das u. a. interdisziplinär Konzepte für die psychosoziale Nachsorge für Gewalt- und Unfallopfer entwickelt und zahlreiche Institutionen – auch die Unfallkassen – dazu berät.</sup></p>
<p></div -->

<h3>Trauma gilt oft als Metapher für alles Furchtbare. Was genau ist ein Trauma?</h3>
<p>Trauma bedeutet zunächst Verletzung. Man kennt den Begriff „Trauma“ auch aus der körper­lichen Medizin. Man unterscheidet je nach Kon­text: Ist es eine körperliche Verletzung, die dem Organismus zugefügt wird, oder eine auch noch später bestehende Traumafolgestörung? Das wird oft vermischt. Ein kleineres Ereignis wie ein Hundebiss kann zwar durchaus ein Trauma auslösen – sowohl körperlich als auch psy­chisch –, wird aber vermutlich keine dauerhaf­ten Schäden verursachen. Wenn wir Fachleute von Trauma sprechen, meinen wir ein objektiv sehr schwerwiegendes Ereignis, das subjektiv ein tiefes Gefühl der Verzweiflung, Ohnmacht und Hilflosigkeit nach sich zieht. Das sind Ereig­nisse wie Überfälle, Missbrauch, Misshandlung, Folter, Krieg, der Tod eines nahen Angehörigen, schwere Verkehrsunfälle oder auch die Diag­nose einer lebensbedrohlichen Erkrankung.</p>
<h3>In Kitas begegnen die Fachkräfte gelegentlich Kindern, von denen sie annehmen müssen, dass sie im oben genannten Sinn traumatisiert sind. Die Erzieherinnen und Erzieher sind dann oft voller Mitleid und reduzieren unbewusst das Kind auf seine Opferrolle.</h3>
<p>Mitgefühl ja, aber bitte kein Mitleid. Traumatisierte Kinder brau­chen vor allem Sicherheit, Struktur und Stabilität. Diese Kinder müssen genauso normal behandelt werden wie andere. Sie aus Mitleid in eine Sonderrolle zu drängen, sie in Watte zu packen, schadet ihnen noch mehr. So entfernen sie sich noch weiter von der Normalität. Aber die ist das A und O. Mag ein Kind vielleicht außerhalb der Kita in weiterhin traumatisierenden Kontexten leben, so erfährt es doch wenigstens während des Kitabesuchs Normalität und Sicherheit. Das ist unschätzbar wichtig.</p>
<h3>Wie können pädagogische Fachkräfte in der Kita ein traumatisiertes Kind dabei unterstützen, seine Ressourcen zu stärken, damit es ein Trauma besser verarbeiten kann?</h3>
<p>Sie können ein Kind immer wieder fragen: „Was würde dir jetzt gut­tun?“ Für diese Kinder sind verlässliche und zuverlässige Bezugs­personen zentral, die ihnen Struktur und klare Regeln geben, ohne sie zu bedrängen. Überbetreuung führt zu Passivität; diese hin­dert das Kind daran, eigene Bewältigungsstrategien zu erarbeiten.&nbsp;Salopp gesagt: Alles, was ich nach einem Trauma nur passiv erdulde, ertrage, erleide – also mit mir gemacht wird –, das macht mich krank. Alles, was ich selbst aktiv gestalte, hält mich gesund.</p>
<h3>Kinder verfügen also über Bewältigungsstrategien?</h3>
<p>Ja durchaus, aber die liegen häufig in dem Bereich, der ein oder zwei Entwicklungsstufen zuvor zu finden ist. Das Kind nässt wieder ein, es spricht wieder in Babysprache, möchte wie­der bei den Eltern schlafen oder einzelne kog­nitive Leistungen sind nicht mehr möglich. Das Kind geht quasi zurück und nimmt einen neuen Anlauf. Das ist eine komplett normale Reaktion und kein Grund zur Sorge.</p>
<h3>Die Befürchtungen vieler Erzieherinnen und Erzieher sind, sie könnten im Umgang mit traumatisierten Kindern etwas falsch machen und ihnen letztlich nicht gerecht werden, da sie dafür nicht ausreichend geschult seien.</h3>
<p>Niemand muss Angst vor „Trauma“ haben. Erzie­herinnen und Erzieher können nicht viel falsch machen, wenn sie dem Kind mit Normalität, Verständnis und Fürsorge begegnen – also das, was bei anderen Kindern auch zählt. Man sollte aber unbedingt vermeiden, das Trauma direkt anzusprechen und konkret über die Gefühle zu sprechen. Wenn das Kind dies von sich aus tut, ist es wichtig, sofort Fachpersonal hinzu­zuziehen. Bei Missbrauch etwa muss abgeklärt werden, ob eine Straftat vorliegt. Dann also niemals selbst das Kind bezüglich der traumatischen Ereignisse befragen, sondern dies immer und unbedingt den Profis überlassen. Hier muss sofort das Jugendamt eingeschaltet werden, denn die Erstaussage ist essentiell für eine mögliche Strafverfolgung.</p>
<h3>In Bezug auf Kinder mit Kriegs- und Fluchterfahrung etwa aus der Ukraine gibt es eine ganze Bandbreite, was Kinder erlebt haben. Wie kann eine Fachkraft feinfühlig herausfinden, wie sich ein Kind fühlt, wenn sie nicht gezielt nachfragen soll?</h3>
<p>Tatsächlich ist es nicht wesentlich, etwas Genaues zu wissen. Den Kindern geht es gerade meistens recht gut, denn sie sind nach der Flucht nun hier bei uns in Sicherheit. Sie sind keines­falls alle traumatisiert. Wieder: So normal sein, wie es irgendwie geht. Über Spielen und viel Bewegung erreicht man oft mehr als über ein Gespräch. Die Fachkräfte müssen hier nicht anders agie­ren als bei anderen belasteten Kindern. Vieles klären Kinder auch spielerisch mit ihrer Peergroup. Wenn ein Kind allerdings sehr passiv ist, kaum spricht und viel weint, kann akute therapeuti­sche Hilfe angezeigt sein.</p>
<h3>Wo findet Kitapersonal fachliche Unterstützung für ein traumatisiertes Kind?</h3>
<p>Einen Therapieplatz zu bekommen ist in Deutschland leider oft mit langen Wartezeiten verbunden. Kitas können sich aber an Trauma­ oder Erziehungsberatungsstellen wenden, die es inzwi­schen in fast jeder größeren Stadt gibt. Diese können zwar nicht die Therapie leisten, stehen aber gern mit Rat und Tat in einem spezifischen Fall zur Seite und zeigen Hilfsmöglichkeiten auf.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/vermeiden-sie-das-trauma-anzusprechen/">„ Vermeiden Sie, das Trauma anzusprechen&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
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		<title>Die Kita als sicherer Ort</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/die-kita-als-sicherer-ort/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2022 13:28:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[04/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Praxis]]></category>
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		<category><![CDATA[Traumatheraphie]]></category>
		<category><![CDATA[traumatische Erlebnisse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Traumatisierten Erwachsenen&#160;kann es genü­gen, sich ihren Rückzugsort vorzustellen. &#160;Man spricht dann vom inneren oder imaginier­ten sicheren Ort. „Kinder benötigen aber einen realen sicheren Ort“, sagt die Kinder­- und Ju­gendpsychotherapeutin Monika Dreiner. „Sie müssen sich in den Räumlichkeiten und bei den Personen, mit denen sie zu tun haben, sicher und gut aufgehoben fühlen.“ Die Grundlagen sind &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/die-kita-als-sicherer-ort/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Die Kita als sicherer Ort“ </span>weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Traumatisierten Erwachsenen&nbsp;kann es genü­gen, sich ihren Rückzugsort vorzustellen. &nbsp;Man spricht dann vom inneren oder imaginier­ten sicheren Ort. „Kinder benötigen aber einen realen sicheren Ort“, sagt die Kinder­- und Ju­gendpsychotherapeutin Monika Dreiner. „Sie müssen sich in den Räumlichkeiten und bei den Personen, mit denen sie zu tun haben, sicher und gut aufgehoben fühlen.“ Die Grundlagen sind in der Kita ohnehin gegeben: Die Räume sollten so gestaltet sein, dass die Gefahr von Unfällen und körperlichen Verletzungen gering ist. Und die pädagogischen Fachkräfte müs­sen so auftreten, dass die Kinder keine Angst vor Gewalt oder Grenzverletzungen sowie vor Bestrafungen oder Sanktionen für ihr Verhalten haben müssen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2><strong>KURZ GESAGT!</strong></h2>
<p>_Traumatisierte Kinder befinden sich im Überle­bensmodus</p>
<p>_Fachkräfte holen sie in eine sichere Wirklichkeit zurück</p>
<p>_Kita bietet einen Rah­men, in dem sich das Kind alterstypisch entfal­ten kann</p>
<p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>In der Kita geht es nicht um Therapie, sondern vor allem darum, Verständnis für das Verhalten der Kinder aufzubringen. „Die Kita kann einen Rahmen schaffen und eine Haltung zeigen, die es den Kindern leicht macht, sich so zu zeigen, wie sie sind“, sagt die Expertin. Und nach einem traumatischen Erlebnis würden sie sich eben im Überlebensmodus befinden, was sich unter anderem im Spiel niederschlagen könne. Haben Kinder beispielsweise einen Autounfall erlebt,&nbsp;spielen sie immer wieder mit Autos Zusam­menstöße nach. Kinder, die aus Kriegsgebieten geflohen sind, spielen Verstecken. Scheinbar. „In Wirklichkeit suchen sie Schutz“, erläutert die Therapeutin.</p>
<p>„Nicht alle Kinder, die geflüchtet sind, sind auch traumatisiert“, stellt Monika Dreiner aber klar. Das sei erst der Fall, wenn die eigenen Bewäl­tigungsstrategien nicht ausreichte und auch niemand als „Retter“ zur Seite gestanden habe. „Wenn die Mama, Oma oder eine andere ver­traute Bezugsperson bei der Flucht dabei war, kann es durchaus sein, dass die Kinder zwar extrem belastet und erschöpft sind, aber nicht traumatisiert.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-infos-green"></p>
<h2>Arten von Traumatisierungen</h2>
<p>Unterschieden wird zwischen einmaligen und komplexen Traumatisierungen. Einmalige Traumatisierungen kön­nen etwa der Tod von Eltern, Geschwistern, des Haustiers oder ein schwerer Verkehrsunfall sein. Komplexe Trauma­tisierungen können durch wiederholte oder andauernde Grenzverletzungen entstehen, zum Beispiel bei (sexuel­lem) Missbrauch oder auch, wenn beim Toilettengang wiederkehrend die Intimsphäre der Kinder gestört wird. Die Flucht aus Kriegs­ oder Krisengebieten fällt ebenfalls in diese Kategorie.</p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Wenn es um Leben und Tod geht</h2>
<p>Ist ein Kind traumatisiert, kann es in eine „ge­triggerte Verfassung“ geraten. Das bedeutet, dass es durch einen inneren oder äußeren Reiz an die traumatisierende Situation erinnert wird – auch deshalb sollten die Kitafachkräfte nicht von sich aus nach den Erlebnissen fragen (siehe Interview mit Thomas Weber). „Wenn dieser Reiz&nbsp;wirkt, wechselt das Kind von jetzt auf gleich in eine andere Verfassung und ist nicht mehr in der Lage, sein Verhalten zu ändern oder zu kon­trollieren“, erklärt Monika Dreiner. Vielleicht werfe es Sachen durch die Gegend, schreie, beiße oder spucke. Die Fachkräfte müssten sich vor Augen führen, dass es im Erleben des Kindes um Leben und Tode gehe, es könne in dem Moment nicht anders handeln. „Ein Merkmal von Traumatisierungen ist, dass man sich nicht im Hier und Jetzt befindet, sondern im Dort und Damals“, sagt Monika Dreiner.</p>
<p>Das Kind bräuchte dann jemanden, der es auf­fängt und begleitet, statt es auszuschimpfen oder anderweitig zu sanktionieren. Die Aufgabe der Erzieherinnen und Erzieher sei es, das Kind aus dem Traumazustand in die aktuelle Wirk­lichkeit zurückzuholen. „Dafür muss ich kein Therapeut sein, das kann ich auch mit pädagogischen Mitteln erreichen.“ Beispielsweise könne das funktionieren, indem man dem Kind klarmache, dass es an einem sicheren Ort sei: „Du bist in der Kita. Hier ist alles gut. Komm, wir gucken mal, was wir hier so alles haben.“</p>
<p>Wichtig sei es, den Kindern in der Kita das Gefühl zu vermitteln, dazuzugehören und mit anderen gemeinsam etwas machen oder unternehmen zu können. „Einen Rahmen schaffen, in dem sich das Kind alterstypisch entfalten kann“, sagt Monika Dreiner, denn: „In dem Moment, in dem das Trauma passiert, erstarren die Kinder. Sie unterbrechen nicht nur ihre Handlung in der Situ­ation, sondern sie blockieren zu einem großen Teil ihre Entwicklung.“ Ziel müsse es also sein, die Entwicklung wieder in Gang zu bringen.</p>
<p>Die Fachkräfte müssen im Umgang mit traumatisier­ten Kindern aber auch auf sich selbst achten. Nicht umsonst gelten Traumata als „ansteckend“. Gelingt es nicht mehr, die eigenen Gefühle und die zum Kind gehörenden Gefühle voneinander zu trennen, „laufen sie Gefahr, dass sie selbst sekundär traumatisiert wer­den, obwohl sie die Situation gar nicht erlebt haben“, führt Monika Dreiner aus. Die Symptome könnten dann ganz ähnlich sein wie bei den traumatisierten Kin­dern, also zum Beispiel Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Aufmerksamkeitsprobleme oder schreckhafte Nervo­sität. Der Austausch im Team sei als vorbeugende Maßnahme wichtig. Darüber hinaus rät die Expertin zu einer Supervision: „Damit jemand Externes, der nicht im Geschehen involviert ist, aus einer anderen Pers­pektive helfen kann, das Ganze zu sortieren.“</p>
<p>Denn letztlich können die Erzieherinnen und Erzieher nur dann dafür sorgen, dass die Kinder sich in der Kita wohl und geborgen fühlen, wenn sie die Atmosphäre dort selbst so empfinden, fasst Monika Dreiner zusam­men. Ansonsten würden die Kinder das spüren und dadurch verunsichert. Deshalb gilt: „Der sichere Ort ist nie nur der sichere Ort der Kinder, sondern der aller Beteiligten.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-infos-green"></p>
<h2 style="font-weight: 400;">Lesetipp</h2>
<p>Monika Dreiner: <a href="http://www.ztk-koeln.de/nachrichten-details/trauma-bei-kindern-und-jugendlichen-neue-informationsbroschuere-des-ztk" target="_blank" rel="noopener">„Trauma bei Kindern und Jugendlichen“</a>, 2018, herausge­geben vom Zentrum für Trauma­ und Konfliktmanagement (ZTK) in Köln</p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Das kompetente Team</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/das-kompetente-team/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2022 13:21:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[04/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Titelthema]]></category>
		<category><![CDATA[Kita-Personal]]></category>
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		<category><![CDATA[Trauma- und Konfliktmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Kitateam ist verunsichert, ob es ausreichend gut geschult im Umgang mit traumatisierten Kindern ist. Was ist Ihr Rat? Es ist sinnvoll, sich mit dem Thema Trauma bewusst aus­einanderzusetzen, schon bevor es akut wird. Es hilft zu reflektieren, welche Vorerfahrungen und welches Wissen es dazu bereits gibt – im Gesamtteam, aber auch von Ein­zelnen, etwa &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/das-kompetente-team/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Das kompetente Team“ </span>weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Ein Kitateam ist verunsichert, ob es ausreichend gut geschult im Umgang mit traumatisierten Kindern ist. Was ist Ihr Rat?</h3>
<p>Es ist sinnvoll, sich mit dem Thema Trauma bewusst aus­einanderzusetzen, schon bevor es akut wird. Es hilft zu reflektieren, welche Vorerfahrungen und welches Wissen es dazu bereits gibt – im Gesamtteam, aber auch von Ein­zelnen, etwa durch andere berufliche Stationen. Doch auch in ihrer täglichen Arbeit leisten Kitateams schon sehr viel, was diesen Kindern guttut, sodass sie sich willkommen und geborgen fühlen können.</p>
<h3>Was hilft dem Team noch?</h3>
<p>Ich rate dazu, Listen anzufertigen mit geeigneten Bera­tungsstellen, Psychologen oder Psychotherapeutinnen und so weiter. Alles sammeln und die Telefonnummern und E­-Mail­-Kontakte aktuell halten. So hat man im Notfall direkt etwas, worauf man schnell zurückgreifen oder das man den Familien an die Hand geben kann.</p>
<h3>Ist es für die tägliche Arbeit wichtig, mehr über die körperlich-seelischen Auswirkungen eines Traumas zu wissen?</h3>
<p>Es kann auf keinen Fall schaden, wenn Fachkräfte eine grundsätzliche Vorstellung davon haben, was genau im Körper eines traumatisierten Menschen passiert. So entwickeln sie ein Verständnis für das Verhalten und dadurch&nbsp;mehr Feingefühl im Umgang mit dem betroffenen Kind. Aber wie tief ein Team in die Thematik einsteigt, liegt in dessen Ermessen. Genauso wie die Frage, wie viel Zeit das Team dafür investieren möchte oder kann. Es gibt dazu viele Ange­bote: von zweistündigen Online­-Seminaren bis hin zu mehr­tägigen Fortbildungen.</p>
<h3>Reicht das aus, um ein kompetentes Team zu sein?</h3>
<p>Ich denke, ja. Die Einrichtung kann und soll nicht therapeu­tisch arbeiten. Es geht darum, dem Kind einen guten und sicheren Rahmen zu bieten, in dem es wieder Kind sein kann. Das ist das Wichtigste und passiert in den Einrichtun­gen ja jeden Tag ganz automatisch.</p>
<!-- div class="rechte-spalte"></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-3903" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/10/13_20220803_145647-263x352.png" alt="" width="220" height="295" srcset="https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/10/13_20220803_145647-263x352.png 263w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/10/13_20220803_145647-224x300.png 224w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/10/13_20220803_145647-250x335.png 250w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/10/13_20220803_145647-269x360.png 269w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/10/13_20220803_145647-580x777.png 580w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/10/13_20220803_145647-190x255.png 190w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/10/13_20220803_145647-238x319.png 238w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/10/13_20220803_145647-214x287.png 214w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/10/13_20220803_145647.png 600w" sizes="auto, (max-width: 220px) 85vw, 220px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><sup><strong>Nadine Ott</strong> ist Fachberaterin beim Ev. Kitaverband Bayern und hat u. a. ein <a href="https://kurzelinks.de/impulspapier" target="_blank" rel="noopener">Impulspapier</a> zum Umgang mit traumatisierten Kindern in der Kita und deren Familien geschrieben.</sup></p>
<p></div -->

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		<title>Echt praktisch</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/echt-praktisch4-22/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2022 13:31:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[04/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Echt praktisch]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma- und Konfliktmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht jedes Kind, das schlimme Erfahrungen gemacht hat, ist traumatisiert. Davon wie selbstverständlich auszugehen, kann den Blick auf die Stärken und Ressourcen des Kindes verstellen. Der Beitrag rückt diesen Aspekt kritisch in den Fokus: www.klett-kita.de/blog/das-unsichtbare-kind Ein Sonderheft von „Kindergarten heute“ beschäftigt sich ausschließlich mit Traumapädagogik in der Kita. Es kann für 15,00 Euro unter dieser &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/echt-praktisch4-22/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Echt praktisch“ </span>weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht jedes Kind, das schlimme Erfahrungen gemacht hat, ist traumatisiert. Davon wie selbstverständlich auszugehen, kann den Blick auf die Stärken und Ressourcen des Kindes verstellen. Der Beitrag rückt diesen Aspekt kritisch in den Fokus: <a href="http://www.klett-kita.de/blog/das-unsichtbare-kind" target="_blank" rel="noopener">www.klett-kita.de/blog/das-unsichtbare-kind</a></p>
<p>Ein Sonderheft von „Kindergarten heute“ beschäftigt sich ausschließlich mit Traumapädagogik in der Kita. Es kann für 15,00 Euro unter dieser Adresse bestellt werden:&nbsp;<a href="https://kurzelinks.de/4w4h" target="_blank" rel="noopener">https://kurzelinks.de/4w4h</a></p>
<p>Das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) hat eine ganze Reihe an Fachbeiträgen zum Thema im Angebot: <a href="https://kurzelinks.de/trauma-nifbe" target="_blank" rel="noopener">https://kurzelinks.de/trauma-nifbe</a></p>
<p>Im Kontext des Kriegs in der Ukraine hat das bayerische Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP) einen Wegweiser für Fachkräfte geschrieben, wie sie&nbsp;geflüchtete Kinder gut begleiten können. Zu finden ist er hier: <a href="https://kurzelinks.de/ifp-ukraine" target="_blank" rel="noopener">https://kurzelinks.de/ifp-ukraine</a></p>
<p>Im Podcast „Gedankenspiel“ des sächsischen Modellpro­gramms Willkommens­KITAs berichtet Traumapädagogin Heike Krakau von der Arbeit mit traumatisierten Kindern. Nachzuhören hier (Folge 6):&nbsp;<a href="https://willkommenskitas.de/material/podcast/" target="_blank" rel="noopener">https://willkommenskitas.de/material/podcast/</a></p>
<p>Informationen für alle, die mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Das bietet die Broschüre „Trauma – was tun?“. Sie lässt sich bei der Unfallkasse Berlin in vielen Sprachen herunterladen: <a href="https://www.unfallkasse-berlin.de/index.php?id=1135" target="_blank" rel="noopener">www.unfallkasse-berlin.de,&nbsp;Webcode: ukb1135</a></p>
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		<item>
		<title>Kinder, bewegt euch</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/kinder-bewegt-euch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2022 13:10:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[04/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegungsangebot]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegungspädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Fortbildungsprojekt]]></category>
		<category><![CDATA[Motorik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Fachkräfte hatten ein Angebot der Unfallkasse Nord angenommen, für&#160;ein halbes Jahr an einem bewegungspädago­gischen Fortbildungsprojekt teilzunehmen, in dessen Rahmen das Material – orientiert nach Hengstenberg und Pikler – ausgeliehen werden konnte. Geschultes Personal hat die Kita außer­dem über den gesamten Projektzeitraum inten­siv betreut und stand bei Fragen immer hilfreich zur Seite. &#160; &#160; Nur &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/kinder-bewegt-euch/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Kinder, bewegt euch“ </span>weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/kinder-bewegt-euch/">Kinder, bewegt euch</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Fachkräfte hatten ein Angebot der Unfallkasse Nord angenommen, für&nbsp;ein halbes Jahr an einem bewegungspädago­gischen Fortbildungsprojekt teilzunehmen, in dessen Rahmen das Material – orientiert nach Hengstenberg und Pikler – ausgeliehen werden konnte. Geschultes Personal hat die Kita außer­dem über den gesamten Projektzeitraum inten­siv betreut und stand bei Fragen immer hilfreich zur Seite.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2><strong>KURZ GESAGT!</strong></h2>
<p>_Bewegungsangebote nach Hengstenberg und Pikler schulen neben Gleichgewicht und Moto­rik auch Fantasie und Selbstbewusstsein</p>
<p>_Viele positive Effekte in allen Altersstufen</p>
<p>_Fachkräfte beobachten, begleiten und bestärken – leiten jedoch kaum an</p>
<p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nur ein Karton pro Tag durfte ausgepackt werden, um die Kinder nicht zu überfordern. Denn was da zum Vorschein kam, war immer verlockend und hatte einen großen Aufforderungscharak­ter. „Nachdem wir uns mit dem Mate­rial vertraut gemacht hatten, fand für zwei Erzieherinnen die erste von drei Schulungen statt“, erzählt&nbsp;Kitaleiterin Gabriela Heiden. Obwohl die ersten Schulungen noch digital abgehalten wurden, kamen praktische Übungen nicht zu kurz. Die Kolleginnen wiederum gaben ihr neues Wissen ans Team weiter.</p>
<p>Und dann kamen die Kinder. „Barfuß, niedrig beginnend, viel Geduld und Zurückhaltung – das waren die Tipps, die uns mit auf den Weg gege­ben wurden“, erinnert sich Gabriela Heiden. Nach einigen Umräumaktionen war im neuen „Bau­ und Turnzimmer“ auch ausreichend viel Platz geschaffen, um das tolle Material täglich nutzen zu können. Nach etwa sechs Wochen bekamen auch die Eltern bei einem Elternabend Gelegenheit, auf den Balancierstangen, Hühner­leitern, Rutsch­- und Kippelbrettern ihr Gleich­gewicht zu testen. Die Pädagogin schmunzelt: „Barfuß klettern und balancieren – das ist für uns Erwachsene sicher nicht alltäglich.“</p>
<h2>Keine Vorgaben an die Kinder</h2>
<p>Anfänglich nutzten die Kinder das Bewegungs­material ausschließlich zur Verbesserung der grobmotorischen Fähigkeiten; es wurde viel gerutscht und neue Kletteroptionen ausprobiert. Die Kinder kletterten, turnten, balancierten mit offenen und geschlossenen Augen. Jedes Kind in seinem Tempo mit selbst gewählten Heraus­forderungen. Vorgaben durch Erwachsene gab es in der Regel nicht.</p>
<p>Später errichteten die Kinder Bewegungsland­schaften. „Sie spielen etwa, dass der Boden Lava ist und nicht berührt werden darf“, führt Heiden aus. Oftmals zeigte ein Kind etwas und die anderen Kinder versuchten es anschließend ebenfalls. Die älteren Kinder nutzten das Mate­rial auch viel für Rollenspiele, sie bauten damit Häuser oder Ställe für Spielzeugtiere. Die unter Dreijährigen dagegen verwendeten das Material meist in ihrer Ursprungsform. Für diese Alters­gruppe bauten die pädagogischen Fachkräfte etwas auf oder gestalteten gemeinsam mit ihnen eine Bewegungslandschaft. Eine Fachkraft blieb über den gesamten Zeitraum mit im Zimmer. Bei den Einjährigen ließ sich sehr gut beobachten, wie hoch konzentriert sie bei der Erkundung des Materials waren, verschiedene Möglichkeiten beim Überwinden von Hindernissen ausprobier­ten und dabei sehr bedacht und genau handel­ten (beispielsweise Umgreifen der Hände). Die Kitaleiterin: „Dies unterstützt sie enorm in ihrer Motorik und Selbsteinschätzung.“</p>
<h2>Rolle der pädagogischen Fachkräfte: begleiten und bestärken</h2>
<p>Klar, dass es für die Nutzung der Geräte auch Regeln geben muss, damit nichts passiert: nur barfuß, nicht drängeln und schubsen, nur das tun, was man sich allein zutraut, und immer noch einmal die Erwachsenen den sicheren Aufbau des Parcours prüfen lassen. Die Fach­kräfte erinnern die Kinder immer wieder daran – und die Kinder sich gegenseitig. Der selbst­ständige Umgang mit dem Material zeigt sich auch in einem erhöhten Selbstwertgefühl. „Die Kinder kommen stolz zu uns und möchten uns gebaute Objekte zeigen oder was sie schon können oder sich zutrauen“, erzählt Gabriela Heiden. Ihre Beobachtung ist, dass die Kinder sich sehr gut selbst einschätzen können und instinktiv wissen, was sie eigenständig bewerk­stelligen können. Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte beschränkt sich darauf, die Kleinen moralisch zu unterstützen, ihnen Zuspruch und Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu geben. „Wir greifen in der Regel nicht aktiv ein“, betont die Pädagogin. Obwohl das Projekt eigentlich zeit­lich auf ein halbes Jahr befristet war, hat sich die Kita Schatzmoor aufgrund der rundum posi­tiven Beobachtungen dazu entschieden, das Material dauerhaft zu behalten. Im Bau­ und Turn zimmer wird also weiterhin balanciert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Das Kinderhaus Schatzmoor ist eine Montessori­pädagogische Kindertagesstätte und liegt in Süderbrarup bei Flensburg. Die Kita betreut insgesamt 46 Kinder von einem bis sechs Jahren in drei Gruppen.</em></p>
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		<title>Schlaft gut!</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/schlaft-gut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Nov 2022 20:12:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[04/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mittagsschlaf]]></category>
		<category><![CDATA[Schlafplatz]]></category>
		<category><![CDATA[sicheres Schlafen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob sie zu ihrer Matratze auf dem Boden tapsen oder ins Bettchen klettern, einen&#160;Schlafsack anziehen oder sich in ihre Decke ku­scheln: Damit sich Kinder beim Mittagsschlaf in der Kita wohlfühlen, braucht es nicht viel – wenn nur das geliebte Kuscheltier oder Kuscheltuch dabei ist. Doch damit sie nicht nur gut, sondern auch sicher schlafen, gilt &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/schlaft-gut/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Schlaft gut!“ </span>weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob sie zu ihrer Matratze auf dem Boden tapsen oder ins Bettchen klettern, einen&nbsp;Schlafsack anziehen oder sich in ihre Decke ku­scheln: Damit sich Kinder beim Mittagsschlaf in der Kita wohlfühlen, braucht es nicht viel – wenn nur das geliebte Kuscheltier oder Kuscheltuch dabei ist. Doch damit sie nicht nur gut, sondern auch sicher schlafen, gilt es durchaus ein paar Dinge zu beachten. „Grundsätzlich sollte jedem Kind ein eigener Schlafplatz zur Verfügung ste­hen, der seinem Alter und seiner Entwicklung gerecht wird“, sagt Sicherheitsexperte Uwe Hell­hammer von der Unfallkasse Nordrhein­-Westfa­len. Dazu gehört, dass die Kleinen selbstständig ins Bett hineinkommen – und auch wieder hin­aus. Zudem muss nicht nur der Schlafplatz, son­dern der gesamte Raum sicher sein, weshalb das Kitapersonal genau hinschauen muss, wo Gefahren drohen könnten. Liegen Murmeln oder andere kleine Gegenstände herum, die Krippen­kinder in den Mund stecken könnten? Befinden sich ungesicherte Steckdosen in der Nähe? Gibt es Fenster, die zu einem Risiko werden können? „Da müssen die Erzieherinnen und Erzieher ganz individuell hinschauen“, meint der Experte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2><strong>KURZ GESAGT!</strong></h2>
<p>_Rein und raus aus dem Bett: Kinder sollen dies selbstständig bewältigen können</p>
<p>_Nicht nur das Bett, auch der Raum muss sicher sein</p>
<p>_Der Entwicklungsstand der Kinder sowie Vorgaben des Bundeslands sind für die Aufsichtsregelung ent­scheidend</p>
<p></div>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Bett oder Matratze?</h2>
<p>Es gibt keine Empfehlung, wie die Betten genau aussehen sollen. Ob Matratzen, Standardbet­ten oder Spezialanfertigungen sei letztlich Geschmackssache – aber: „Alle Betten müs­sen technisch einwandfrei und nach Hersteller­anleitung sicher aufgebaut sein“, betont Uwe Hellhammer, „ohne spitze Kanten oder Ritzen.“ Zwischen den Schlafplätzen sollte ausreichend Platz sein, um sich bewegen zu können.</p>
<p>Gitterbetten seien wirklich nur für Säuglinge empfehlenswert, sagt der Kitaexperte. Babys könnten so in einer geschützten Umgebung ein­schlafen. Hochbetten sind seiner Meinung nach in Kitas nicht geeignet, da die Gefahr von Stür­zen groß ist. Wird zum Schutz die obere Etage mit Gittern versehen, können Kinder das Bett wiederum nicht selbstständig verlassen.</p>
<p>Außerdem ist es wichtig, dass die Kinder beim Schlafen nicht beim Atmen behindert werden und immer genug Luft bekommen. Deshalb sei im Bett auf „voluminöse Materialien“ zu verzich­ten, betont Hellhammer. „Kinder könnten sonst&nbsp;mit dem Kopf hineinsinken und Nase bezie­hungsweise Mund verdeckt werden.“ Das gelte es zu verhindern. Mit anderen Worten: Dicke Kis­sen, Decken und Schaffelle sowie Unmengen an Plüschtieren sind tabu. Ein Schlafsack ist okay, solange der Stoff nicht über den Kopf rutschen kann. Empfohlen wird in Schlafräumen eine Tem­peratur von 18 Grad Celsius, sodass eine dünne Decke ausreicht. Wichtig ist auch, die Kinder vor einem Wärmestau zu schützen. Deshalb ist direkte Sonne zu vermeiden und auf Heizkissen zu verzichten. Zudem muss sichergestellt wer­den, dass sich Kinder im Schlaf nicht irgendwo verheddern. Deshalb dürfen keine Bänder, Schnüre oder Gardinen herunterhängen, wie es bei Himmelbetten mitunter üblich ist.</p>
<h2>Aufsicht individuell regeln</h2>
<p>Und wie sieht es mit der Aufsicht aus? „In den Bundesländern kann es dazu unterschiedliche Regelungen geben“, sagt Uwe Hellhammer. In der Regel gilt: „Die pädagogischen Fachkräfte müssen im Team selbstständig entscheiden, wie sie die Kinder während des Mittagsschlafs beaufsichtigen.“ Ausschlaggebend dafür seien&nbsp;der Entwicklungsstand und die individuellen Bedürfnisse eines jeden Kindes. „Die können jedoch von Tag zu Tag anders aussehen.“ Je nach Situation kann es ausreichend sein, in regelmäßigen Abständen nach schlafenden Kin­dern zu schauen. Oder das Team legt fest, dass dauerhaft eine pädagogische Fachkraft anwe­send ist.</p>
<p>Ein eigener Schlafplatz in sicherer Umgebung mit geregelter Aufsicht, vielmehr brauche es nicht, so Uwe Hellhammer, „damit Kinder gut und sicher schlafen können.“</p>
<p><em>Weitere Infos: </em><a href="http://www.sichere-kita.de/schlafraum" target="_blank" rel="noopener"><em>www.sichere-kita.de/schlafraum</em></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-infos-blau"></p>
<h2 style="text-align: center;">Checkliste für sicheres Schlafen</h2>
<h4 style="text-align: left;"><strong>Dos</strong></h4>
<div style="text-align: left;">+ Jedes Kind sollte einen eigenen, altersgerechten Schlafplatz haben.</div>
<div style="text-align: left;">+ Kinder sollten ihr Bett eigen­ständig erreichen und verlassen können.</div>
<div style="text-align: left;">+ dünne Decke</div>
<div style="text-align: left;">+ optimal sind 18 Grad Celsius</div>
<div style="text-align: left;">+ sichere Umgebung</div>
<div style="text-align: left;">+ Aufsicht regeln, z. B. regelmäßige Kontrollen oder Schlafwache fest­legen</div>
<div style="text-align: left;"></div>
<h4 style="text-align: left;"><strong>Don’ts</strong></h4>
<div style="text-align: left;">– dicke Kissen und Daunendecken</div>
<div style="text-align: left;">– Heizkissen, Wärmflaschen</div>
<div style="text-align: left;">– Zugluft und direkte Sonne</div>
<div style="text-align: left;">– ungesicherte Steckdosen</div>
<div style="text-align: left;">– Kabel, Schnüre, lange Gardinen</div>
<div style="text-align: left;">– herumliegende kleine Teile, die in den Mund gesteckt werden können</div>
<div style="text-align: left;">– Vorsicht bei Fenstern</div>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
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		<title>Etwas leiser, bitte!</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/etwas-leiser-bitte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2022 13:09:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[04/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Lärm]]></category>
		<category><![CDATA[Lärmpegel]]></category>
		<category><![CDATA[Lärmschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Raumakustik]]></category>
		<category><![CDATA[Stressfaktor]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sind Beschäftigte über einen längeren Zeit­raum einem Lärmpegel von 85 Dezibel&#160;ausgesetzt, gilt das als gehörschädigend. Das entspricht der Lautstärke von mittelstarkem Straßenverkehr oder einem Rasenmäher. In Kin­dertagesstätten wird dieser Wert im Tagesmittel selten oder gar nicht überschritten. Birte Weber, Zuständige für Lärmmessungen der Unfallkasse Nord, erklärt: „Dennoch belastet die dort herr­schende Lautstärke Erziehende und Kinder. &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/etwas-leiser-bitte/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Etwas leiser, bitte!“ </span>weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sind Beschäftigte über einen längeren Zeit­raum einem Lärmpegel von 85 Dezibel&nbsp;ausgesetzt, gilt das als gehörschädigend. Das entspricht der Lautstärke von mittelstarkem Straßenverkehr oder einem Rasenmäher. In Kin­dertagesstätten wird dieser Wert im Tagesmittel selten oder gar nicht überschritten. Birte Weber, Zuständige für Lärmmessungen der Unfallkasse Nord, erklärt: „Dennoch belastet die dort herr­schende Lautstärke Erziehende und Kinder. Die Ursache ist in den meisten Fällen eine unzu­reichende Raumakustik. Aus einer schlechten Akustik resultiert dann eine schlechte Sprachver­ständlichkeit: Alle sprechen automatisch immer lauter und lauter. Der Lärmpegel schaukelt sich hoch.“ Bei einer schlechten Raumakustik sind Kinder unaufmerksamer und können schlech­ter zuhören. Sie reden mehr durcheinander und müssen stärker um Aufmerksamkeit kämpfen. „Besonders Kleinkinder sind jedoch auf optima­le Hörbedingungen angewiesen, um sprachliche Informationen verstehen und verarbeiten zu kön­nen“, sagt Birte Weber. Ansonsten könnten Pro­bleme beim Spracherwerb die Folge sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2><strong>KURZ GESAGT!</strong></h2>
<p>_Lärm ist ein bedeu­tender Stressfaktor – für alle</p>
<p>_Bauliche Maßnahmen können die Raumakus­tik deutlich verbessern</p>
<p>_Auch organisatorische und pädagogische Maß­nahmen sind hilfreich</p>
<p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn ein Raum „hallig“ klingt, spricht man von einer schlechten Raumakustik. Diese Hallig­keit kennt man beispielsweise von leeren Räu­men oder Bahnhofshallen. Damit es weniger stark und weniger lange nachhallt, müssen also „Schallschlucker“ in den Raum. Oder wie es die Expertin ausdrückt: „Die Schallreflexion von Oberflächen muss verringert und die Schallab­sorption erhöht werden.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-checkliste-rot"></p>
<h2 style="text-align: center;">TIPP</h2>
<p style="text-align: center;">Filz unter Stühlen und Tischen oder in Schub­laden hilft zusätzlich Lärm zu vermeiden.</p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Vorhänge und Teppiche lösen das Problem nicht</h2>
<p>Um das zu erreichen, sind sehr gute Akustik­decken das A und O. „Viele Kitas fragen sich, ob man das Problem nicht auch mit Vorhängen und Teppichboden lösen kann.“ Doch das erhöht die Brandgefahr und „außerdem wird dadurch der Schallpegel nur minimal gesenkt. Vorhänge beispielsweise absorbieren nur 12 Prozent des auftreffenden Schalls. Im Vergleich: Eine gute Akustikdecke absorbiert bis zu 95 Prozent“, erklärt Birte Weber.</p>
<p>Ein häufiger Fehler beim Neubau oder der Sanierung von Kitas: In manchen Räumen wird auf den Einbau sehr guter Akustikdecken ver­zichtet, weil beispielsweise für einen Büroraum die Notwendigkeit nicht gesehen wird. Das wird dann zu einem Problem, wenn der Büroraum zum Gruppenraum umfunktioniert wird – in Kitas keine Seltenheit. Birte Weber vertritt daher den Punkt: „Alle Räume brauchen eine ausge­zeichnete Akustik. Dazu gehören auch Mehr­zweckräume, Sanitärräume und Flure.“ Und die Investition lohnt sich: „Damit gut und gesund gearbeitet und gelernt werden kann, müssen überall sehr gute Akustikdecken und bei Räu­men mit einer Deckenhöhe von mehr als drei Metern zusätzlich sehr gutes Wandakustikmate­rial installiert sein. Davon profitieren alle Betei­ligten über Jahrzehnte.“</p>
<h2>Immer noch zu laut?</h2>
<p>Wenn es trotz guter Akustik noch immer zu laut ist, können die Räume in Bereiche eingeteilt werden. Schallabsorbierende Möbel eignen sich dafür als Raumteiler. Sinnvoll ist es ebenso, die Kinderanzahl in bestimmten Bereichen zu begrenzen oder die Gruppen zu teilen: Weniger Kinder bedeutet weniger Lärm.</p>
<p>Das Raumkonzept spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Das Raumangebot sollte nach Lautstärke angeordnet werden. Ein Ruheraum verliert zwi­schen Bewegungsraum und Außengelände, wo es laut werden kann und darf, schnell seinen Zweck. Überhaupt sollten lautes Spiel und mög­lichst viele Aktivitäten nach draußen verlegt werden.</p>
<p>Feste Ruhephasen, wie beispielsweise die Mit­tagszeit, sind ein wichtiges Instrument gegen zu viel Lärm. Wird es beim Raumwechsel oder einer Brückenzeit laut, können kleine Rituale wie Schleichspiele helfen. Und wenn es den Kindern selbst zu laut wird, können sie verein­barte Handzeichen oder Handpuppen nutzen. Wichtig ist auch, drinnen ganz bewusst Zeiten einzuplanen, in denen die Kinder laut sein dürfen. Hierfür bieten sich Sing­ oder Bewegungs­spiele an.</p>
<p>„Wichtig ist, bei den Kindern ein Lärmbe­wusstsein zu schaffen“, rät Birte Weber. Erzieherinnen und Erzieher können die Kinder spielerisch über die Ursachen<br />
und Folgen von Lärm aufklären. Sie können Regeln wie „Wir fallen uns nicht<br />
ins Wort“ gemeinsam erarbeiten und in Bildern darstellen. Hier gilt: sichtbare Regeln für alle. Denn nur, wenn sich auch die Erzieherinnen und Erzieher an die Regeln halten, tun es ihnen die Kinder gleich.</p>
<p><em><!-- div class="rechte-spalte"> </em></p>
<div class="box-infos-green"></p>
<p><em>Wenn Sie Lärmprobleme haben, wenden Sie sich an Ihre zuständige gesetzliche Unfallkasse oder Berufsgenossenschaft. Mehr Informationen erhalten Sie in unserem Podcast mit Birte Weber.</em></p>
<p><a href="https://www.kinderkinder.dguv.de/podcast-weber/" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/10/birthe-weber.png" alt="" width="200" height="200"></a></p>
<p></div>
<p></div -->
</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-infos-green"></p>
<h2 style="font-weight: 400; text-align: center;">Weitere Informationen:</h2>
<p style="font-weight: 400; text-align: center;">Broschüre der Unfallkasse Nord&nbsp;„Entspannung für alle Ohren“:<br />
<a href="https://kurzelinks.de/mnn4" target="_blank" rel="noopener">https://kurzelinks.de/mnn4 </a></p>
<p style="text-align: center;">Broschüre der Unfallkasse Berlin: &#8222;Auf dem Weg zur leisen Kita&#8220;<br />
<a href="https://kurzelinks.de/cnau" target="_blank" rel="noopener">https://kurzelinks.de/cnau</a></p>
<p style="font-weight: 400; text-align: center;">Ist Ihre Kita optimal gegen Lärm gedämmt?<br />
<a href="https://www.ukh.de/kindertagesstaette/arbeitsschutz-und-gesundheit/raumakustik-in-der-kita-optimieren" target="_blank" rel="noopener">www.ukh.de, Webcode: W439 </a></p>
<p style="font-weight: 400; text-align: center;">DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen – Anforderungen, Empfehlungen und Hinweise für die Planung“<br />
<a href="https://www.sichere-kita.de/allgemeine-anforderungen/allgemeine-anforderungen/bau-und-raumakustik" target="_blank" rel="noopener">www.sichere-kita.de, Suche: Akustik</a></p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Podcast mit Birte Weber zu Lärm in Kitas</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/podcast-weber/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stefanie Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2022 13:08:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[04/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Lärm]]></category>
		<category><![CDATA[Lärmschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Raumakustik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unsere Autorin Jessika Bohrer unterhielt sich mit der Expertin für Lärmmessungen&#160; von der Unfallkasse Nord. Sie ist überzeugt: In der Kita müssen alle Räume sehr gute Akustik haben. Teppiche und Vorhänge helfen dabei nicht. Zum Anhören aufs Bild klicken. Länge: 14 Minuten.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/10/Podcast-mit-Moderation.mp3"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/10/birthe-weber.png" alt="" width="360" height="360"></a>Unsere Autorin Jessika Bohrer unterhielt sich mit der Expertin für Lärmmessungen&nbsp; von der Unfallkasse Nord. Sie ist überzeugt: In der Kita müssen alle Räume sehr gute Akustik haben. Teppiche und Vorhänge helfen dabei nicht.<br />
Zum Anhören aufs Bild klicken.</p>
<p>Länge: 14 Minuten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/podcast-weber/">Podcast mit Birte Weber zu Lärm in Kitas</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
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		<item>
		<title>Daten unter Verschluss</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/daten-unter-verschluss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2022 12:57:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[04/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentationspflicht]]></category>
		<category><![CDATA[Erste Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Verbandbuch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Kitaleiterin schrieb, sie sei verunsichert, wie sie denn der Dokumentationspflicht nachkommen solle, wenn aus Gründen des Datenschutzes kein Verbandbuch mehr geführt werden dürfe … Das ist ein Missverständnis. Selbstverständlich darf weiterhin das klassische Verbandbuch geführt werden. Die Kitaleitung muss aber dafür sorgen, dass nur dazu befugte Personen Zugriff auf das Verbandbuch haben. Einer Kita &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/daten-unter-verschluss/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Daten unter Verschluss“ </span>weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Eine Kitaleiterin schrieb, sie sei verunsichert, wie sie denn der Dokumentationspflicht nachkommen solle, wenn aus Gründen des Datenschutzes kein Verbandbuch mehr geführt werden dürfe …</h3>
<p>Das ist ein Missverständnis. Selbstverständlich darf weiterhin das klassische Verbandbuch geführt werden. Die Kitaleitung muss aber dafür sorgen, dass nur dazu befugte Personen Zugriff auf das Verbandbuch haben. Einer Kita ist es komplett freige­stellt, wie sie Erste­-Hilfe­-Leistungen dokumentiert. Meldeblöcke oder Verbandbücher sind hier nur Angebote. Genauso gut kann man eine Excel­-Tabelle anlegen. Aus Sicht des Datenschutzes ist nur wichtig, dass lediglich die Personen darauf zugreifen können, die das auch dürfen.</p>
<h3>Und wer darf das?</h3>
<p>Zunächst sind das die Ersthelfer und Ersthelferinnen und dann alle, die im weiteren Sinne etwas mit der Ersten Hilfe in der Einrichtung zu tun haben (z. B. Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit). Es können jedoch auch andere Personen mit der Doku­mentation oder anderen Tätigkeiten im&nbsp;Zusammenhang mit der Ersten Hilfe von der Kitaleitung bestimmt werden.</p>
<h3>Welche Vorteile hat der Abreißblock gegenüber dem Verbandbuch?</h3>
<p>Man kann ihn, anders als ein Verbandbuch, überall hinlegen, denn die Eintragungen werden ja gesondert aufbewahrt. Das ist schon praktischer, weil so der Block bei Bedarf schnell zur Hand ist. Für das Ver­bandbuch, in dem ja die Eintragungen aller vorigen Erste­-Hilfe­-Leistungen zu sehen sind, muss sich die Einrichtung Sicherungsmaßnahmen überlegen, um dem&nbsp;Datenschutz zu entsprechen. Es muss sicher sein, dass niemand hineinschaut, der das nicht darf.</p>
<h3>Wie muss man mit den Zetteln des Abreißblocks vorgehen?</h3>
<p>Es muss geklärt sein, wie und an wen die einzelnen Zettel wei­tergegeben und in welcher Form sie abgelegt werden. Sinnvoll ist, die Zettel zentral abzuheften und nicht etwa in der Akte des Kindes oder der Mitarbeitenden. Denn die Personen, die auf die Erste­-Hilfe­-Daten zugreifen dürfen, sind in der Regel nicht auch&nbsp;berechtigt, in die Personalakten zu schauen. Die Daten zentral abzulegen ist auch deshalb zweckmäßig, weil Unfälle, die nicht meldepflichtig sind, erfasst werden können und<br />
deren Auswertung Hinweise auf bestimmte Unfallschwerpunkte liefert, gegen die man präventiv etwas unternehmen sollte. Zudem ist so die Löschung der Daten nach&nbsp;den fünf Jahren Aufbewahrungspflicht leichter.</p>
<h3>Und wenn sich eine Kita entscheidet, das Ganze elektronisch zu machen?</h3>
<p>Auch dann muss sie Personen bestimmen, die auf die Datei und damit die Daten Zugriff haben. Es reicht nicht aus, den Rechner oder die Datei mit einem Passwort zu sichern. Die sauberste Lösung ist, einen separaten Ordner anzulegen, auf den nur die befugten Personen eine Zugriffsberechtigung haben.</p>
<p><em>Die Fragen beantwortete Ina Doppstadt, sie ist Datenschutzbeauftragte bei der Unfallkasse NRW.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-infos-blau"></p>
<p>Die Dokumentation von Erste­-Hilfe­-Leistungen und Unfällen, die nicht meldepflichtig sind, sichert mögliche spätere Ansprüche an die gesetz­lichen Unfallversiche­rungsträger. Sollten sich etwa bei einer Verletzung erst nach einiger Zeit ernstere Folgen heraus­stellen, weist der Eintrag nach, dass der Unfall während des Kitabe­suchs (bzw. während der Arbeitszeit) geschah.</p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/daten-unter-verschluss/">Daten unter Verschluss</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
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