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	<title>02/2025 Archive - KinderKinder</title>
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	<description>Sicherheit &#38; Gesundheit in Kindertageseinrichtungen</description>
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		<title>Wild und gewagt spielen</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/wild-und-gewagt-spielen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2025 10:56:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[02/2025]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Risky Play]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wass genau ist Risky Play, das auch mit „wildem und gewagtem Spiel“ übersetzt wird? Welche Vorteile bietet es für die kindliche Entwicklung, und wie können Erzieherinnen und Erzieher in Kindertageseinrichtungen Möglichkeiten für dieses Spiel schaffen, ohne dabei die Sicherheit der Kinder aus dem Blick zu verlieren? Was ist Risky Play? Ganz allgemein kann ein Spiel &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/wild-und-gewagt-spielen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Wild und gewagt spielen“ </span>weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2> KURZ GESAGT!</h2>
<p>_Risky Play bedeutet wildes und gewagtes Spiel</p>
<p>_Es ist für die kognitive, motorische und sozio-emotionale Entwicklung der Kinder wichtig<br />
_Riskante Spiele sollten auch in Kitas möglich sein, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind</p>
<p></div>



<p>Wass genau ist Risky Play, das auch mit „wildem und gewagtem Spiel“ übersetzt wird? Welche Vorteile bietet es für die kindliche Entwicklung, und wie können Erzieherinnen und Erzieher in Kindertageseinrichtungen Möglichkeiten für dieses Spiel schaffen, ohne dabei die Sicherheit der Kinder aus dem Blick zu verlieren?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist Risky Play?</h2>



<p>Ganz allgemein kann ein Spiel als riskant bezeichnet werden, das von Kindern als spannend und aufregend erlebt wird, bei dem aber auch das Risiko von körperlichen Verletzungen besteht. Dazu gehören zum Beispiel Klettern, schnelles Rennen, Laufrad fahren und Fechten mit Stöcken. Helen Sandseter von der Universität Trondheim, die zu Risky Play forscht, unterscheidet sechs Kategorien solcher Spiele <sup data-fn="ccf4f09d-d5ea-4b4f-9b2c-72fc79934a5b" class="fn"><a href="#ccf4f09d-d5ea-4b4f-9b2c-72fc79934a5b" id="ccf4f09d-d5ea-4b4f-9b2c-72fc79934a5b-link">1</a></sup>: 1. große Höhen, 2. hohe Geschwindigkeit, 3. Umgang mit gefährlichen Werkzeugen, 4. Spiel neben gefährlichen Elementen (Feuer, Wasser), 5. Rauf- und Tobespiele sowie 6. das Spiel in Bereichen, in denen Kinder von Erwachsenen nicht gesehen werden können. Diese Spiele finden vor allem im Freien statt, wenn Kinder sich frei bewegen können, und beinhalten häufig, dass sich Kinder bei ihren Aktivitäten zunehmend an die Grenzen ihres Könnens und des Zutrauens in ihre eigenen Fähigkeiten herantasten. Zum Beispiel schiebt ein Kind ein Laufrad auf einen Hügel und fährt mich hochgehobenen Beinen immer schneller den Hügel herunter. Oder Kinder schaukeln zunächst im Sitzen, um dann ins stehende Schaukeln überzugehen bis hin zum Absprung von der Schaukel.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Vorteile hat Risky Play für das Kind?</h2>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Motorische und kognitive Entwicklung:</strong> Beim Klettern, Balancieren oder Springen verbessern Kinder ihre Koordination, Kraft und Beweglichkeit. Zudem lernen sie, Risiken realistisch einzuschätzen und damit Risikokompetenz zu erwerben.</li>



<li><strong>Aufbau von Selbstvertrauen: </strong>Erfolgserlebnisse wie das Bewältigen einer schwierigen Situation stärken das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.</li>



<li><strong>Entwicklung sozialer Kompetenzen:</strong> Besonders in Rauf- und Tobespielen lernen Kinder, mit anderen zu interagieren, Regeln auszuhandeln und Konflikte zu lösen.</li>



<li><strong>Angstbewältigende Wirkung:</strong> Riskante Spiele können Kindern helfen, Ängste abzubauen. Durch wiederholtes Annähern an für sie schwierige Situationen lernen sie, diese zu bewältigen und später auch größere Herausforderungen zu meistern.</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">Sicherheit und Rahmenbedingungen</h2>



<p>Eine sichere Umgebung und ein Erfahrungsraum, der auch Risky Play zulässt, müssen sich nicht widersprechen. Es ist Aufgabe von Kitaträgern, Leitungen und pädagogischem Personal, Rahmenbedingungen zu schaffen, die einen Ausgleich zwischen der Sicherheit von Kindern auf der einen Seite und ihren Bedürfnissen nach gewagten Spielaktivitäten auf der anderen Seite ermöglichen. Hier sind folgende Aspekte zu nennen:</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sichere Umgebung</h3>



<p>Spielplatzgeräte und Spielmaterial sollten so gestaltet sein, dass sie Herausforderungen bieten, ohne unkalkulierbare Gefahren darzustellen. Orientierung bietet hier das Vorschriften- und Regelwerk der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aufsicht durch Fachkräfte</h3>



<p>Erzieherinnen und Erzieher sollten Kinder aufmerksam begleiten und bei Bedarf eingreifen, ohne sie in ihrer Eigenverantwortung einzuschränken. Das erforderliche Maß der konkreten Ausgestaltung der Aufsichtspflicht ist dabei insbesondere von deren Entwicklungsstand sowie der konkreten Situation abhängig. Die Juristen Simon Hundmeyer und Burghard Pimmer-Jüsten führen hierzu aus: „Je nach Situation und Entwicklungsstand kann auch ein gelegentliches, stichprobenartiges Kontrollieren genügen. Je weniger jedoch der Aufsichtspflichtige das Kind kennt, je unzuverlässiger es sich in der Vergangenheit erwiesen hat, je gefährlicher ein Spiel oder eine Situation ist und je wahrscheinlicher es ist, dass Gebote und Verbote missachtet werden, desto beständiger und umfänglicher wird ein Kind überwacht werden müssen.“<sup data-fn="fef35cc5-a488-41c4-9ffa-94d046412485" class="fn"><a href="#fef35cc5-a488-41c4-9ffa-94d046412485" id="fef35cc5-a488-41c4-9ffa-94d046412485-link">2</a></sup><br>Festlegungen treffen</p>



<p>Erzieherinnen und Erzieher legen partizipativ mit den Kindern fest, welche Formen von Risky Play möglich / erlaubt sind, welche Regeln hierfür erforderlich sind (z. B. bei körperbetonten Spielen) und wie hierfür Raum, Zeit und Material zur Verfügung gestellt werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kommunikation mit Eltern</h3>



<p>Viele Eltern sind skeptisch gegenüber riskanten Spielen. Eine offene Kommunikation über die Vorteile solcher Spiele und die Sicherheitsvorkehrungen der Einrichtung kann Ängste abbauen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fazit</h3>



<p>Riskante Spiele sind ein wertvoller Bestandteil der kindlichen Entwicklung. Sie fördern motorische, emotionale und soziale Kompetenzen und bereiten Kinder darauf vor, mit Risiken verantwortungsvoll umzugehen. Indem Kindertageseinrichtungen sichere, aber herausfordernde Umgebungen bieten und Kinder in ihrem Spiel begleiten, tragen sie zu einer ganzheitlichen Entwicklung bei.</p>



<p><em>Arne Schröder, M. A. Kindheits- und Sozialwissenschaften, Aufsichtsperson bei der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB)</em></p>



<div style="height:65px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="ccf4f09d-d5ea-4b4f-9b2c-72fc79934a5b">Sandseter, E. B. H. (2009): „Characteristics of risky play“. In: Journal of Adventure Education and Outdoor Learning, S. 3–5. <a href="#ccf4f09d-d5ea-4b4f-9b2c-72fc79934a5b-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren">↩︎</a></li><li id="fef35cc5-a488-41c4-9ffa-94d046412485">Hundmeyer, S.; Pimmer-Jüsten, B. (2019): Aufsichtspflicht in Kindertageseinrichtungen. Aufsichtsflicht, Haftung und Versicherungsschutz. 10., überarb. Aufl., Köln: Carl Link. <a href="#fef35cc5-a488-41c4-9ffa-94d046412485-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren">↩︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/wild-und-gewagt-spielen/">Wild und gewagt spielen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Riskant – aber nicht gefährlich</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/riskant-aber-nicht-gefaehrlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2025 10:55:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[02/2025]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabennummer]]></category>
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		<category><![CDATA[Erfahrungsräume]]></category>
		<category><![CDATA[Herausforderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Risikokompetenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Bewegungsraum beginnt gerade Alessios große Flugshow. Der Junge sitzt in der Schaukel, die aus einem Hängemattentuch besteht und sicher an der Decke befestigt ist. Er nimmt ordentlich Anlauf, stößt sich ab und dann geht’s rasant im Kreis. Knapp außerhalb der Flugkurve stehen drei andere Kinder, die aufgeregt auf ihren Einsatz warten, dabei ihren Freund &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/riskant-aber-nicht-gefaehrlich/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Riskant – aber nicht gefährlich“ </span>weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2> KURZ GESAGT!</h2>
<p>_Die Risikokompetenz zu fördern, bereitet Kinder auf die Herausforderungen des Lebens vor</p>
<p>_Geschützte Erfahrungsräume ermöglichen den Kindern, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln</p>
<p>_Das Fachkräfte-Team benötigt eine klare, positive Haltung</p>
<p></div>



<p>Im Bewegungsraum beginnt gerade Alessios große Flugshow. Der Junge sitzt in der Schaukel, die aus einem Hängemattentuch besteht und sicher an der Decke befestigt ist. Er nimmt ordentlich Anlauf, stößt sich ab und dann geht’s rasant im Kreis. Knapp außerhalb der Flugkurve stehen drei andere Kinder, die aufgeregt auf ihren Einsatz warten, dabei ihren Freund aber fair anfeuern. „Es gibt natürlich auch mal Konflikte, wenn jemand zu lange warten muss“, sagt Tamara Klos-Walter, Erzieherin in der Sport-Kita Rankbachstraße in Renningen. „Aber die Kinder lösen sie dann meistens gemeinsam.“<br><br>Für Alessio geht’s inzwischen ein bisschen höher und ein bisschen schneller hinaus – aber zum Glück nicht weiter. Denn sollte er bei dem Tempo den Abflug machen, dürfte es zumindest mal eine Schramme oder einen blauen Fleck geben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kleiner Unfall – viel gelernt</h2>



<p>Wobei auch solche kleinen Unfälle durchaus vorkommen, in der Regel bleibt es aber bei einem Schreckmoment. Dann trösten die pädagogischen Fachkräfte das Kind, schauen, ob es ein Pflaster oder ein Kühlpad braucht, und suchen feinfühlig das Gespräch: Was ist passiert? Und warum? „Mein Ziel ist es, dass die Kinder nicht mit Angst aus der Situation rausgehen, sondern mit einem positiven Gefühl“, sagt Tamara Klos-Walter. Also: Wieder rauf auf den Kasten, ran an die Sprossenwand oder rein in die Schaukel. „Wenn die Kinder bei kleinen Unfällen das Fallen gelernt haben, werden sie sich bei größeren Unfällen weniger schwer verletzen“, hebt die Erzieherin auf den Lerneffekt ab. Der Erwerb von Risikokompetenz als Präventionsmaßnahme also.</p>



<p>Damit die Kinder diese Erfahrungen sammeln können, muss die Umgebung sicher sein. So haben die Erzieherinnen die Schrankwand, die der Schaukel am nächsten ist, mit zwei Turnmatten abgesichert. Sollten die Fliehkräfte doch einmal zu stark werden und ein Kind aus der Schaukel fallen, würde es gegen die weichen Matten statt gegen hartes Holz prallen. Risiko ist ausdrücklich erwünscht – gefährlich darf es jedoch nicht werden!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umsicht lernen beim wilden Schaukeln</h2>



<p>Alessio hätte die Matten nicht gebraucht. Trotz wildestem Schaukeln sitzt der Junge sicher im Hängemattentuch. Dafür allerdings fliegt ihm einer seiner Gymnastikschuhe vom Fuß. Lilly, die später auch wild schaukelt, macht sich sofort auf den Weg, um den Schlappen zu holen. Dazu muss sie die Flugbahn kreuzen, passt aber richtig gut auf. Auch Alessio hat seine Spielkameradin im Blick. Tamara Klos-Walter steht etwas abseits des Geschehens, lässt die Kinder gewähren, hat die Szene jedoch genau im Blick und greift nur im Notfall ein. „Meine Aufgabe ist das Beobachten. Die Kinder sollen selbst lernen, umsichtig zu sein. Das ist ja zum Beispiel auch im Straßenverkehr wichtig“, erklärt die Erzieherin.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1440" height="1224" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-1440x1224.jpg" alt="" class="wp-image-7416" srcset="https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-1440x1224.jpg 1440w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-300x255.jpg 300w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-768x653.jpg 768w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-1536x1305.jpg 1536w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-2048x1740.jpg 2048w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-250x212.jpg 250w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-1392x1183.jpg 1392w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-263x223.jpg 263w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-424x360.jpg 424w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-580x493.jpg 580w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-238x202.jpg 238w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_in_einer_Schaukel_aus_Haengemattentuch-214x182.jpg 214w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Schaukel aus einem Hängemattentuch ist bei den Kindern sehr beliebt. Lilly hat sichtlich Spaß am „Fliegen“.</figcaption></figure>



<p>Die Fachkräfte benötigen ihrerseits Sicherheit im Handeln. „Da kommt es auf meine innere Haltung an“, betont Tamara Klos-Walter. Ihre hat sie bei der Weiterbildung zur Psychomotorikerin entwickelt: Sie nimmt sich selbst zurück und gibt den Kindern Raum zur freien Entfaltung. „Kinder wagen sich an Herausforderungen, wenn sie sich dafür bereit fühlen.“ Sie lasse sie ihren Weg finden und ihre Grenzen austesten: „Risikokompetente Kinder spüren, wenn sie einen Plan aufgeben oder ändern müssen. Sie merken, wann es zu gewagt wird und sie sich zurückziehen müssen.“ Kurz gesagt: Sie werden auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1440" height="1143" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-1440x1143.jpg" alt="" class="wp-image-7414" srcset="https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-1440x1143.jpg 1440w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-300x238.jpg 300w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-768x610.jpg 768w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-1536x1220.jpg 1536w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-2048x1626.jpg 2048w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-250x199.jpg 250w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-1392x1105.jpg 1392w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-263x209.jpg 263w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-453x360.jpg 453w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-580x461.jpg 580w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-321x255.jpg 321w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-238x189.jpg 238w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_balanciert_auf_einer_Turnbank-214x170.jpg 214w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf den Füßen, auf den Knien oder auf dem Popo? Die Kinder bewältigen die Bank auf ihre Weise. Alessio geht es hoch konzentriert an.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Rutsche rauf statt Rutsche runter</h2>



<p>Die Vermittlung von Risikokompetenzen schwingt in der Sport-Kita bei vielen Aktivitäten mit. „Wir leben das im ganzen Haus und draußen auf dem Außengelände“, unterstreicht Kitaleiterin Margit Hartmann. Ein Kind will die Rutsche hinaufklettern statt hinunterzurutschen? „Ja, wir erlauben das!“, sagt Margit Hartmann. Darin stecke schließlich eine Menge Entwicklungspotenzial. Vielleicht klettert das Kind beim ersten Mal auf allen vieren hoch, irgendwann dann jedoch schon im Stehen. „Aber es braucht Regeln und Absprachen“, stellt die Kitaleiterin klar. In diesem Fall ist sie so einfach wie einleuchtend: „Diejenigen, die oben auf der Rutsche sind, müssen dann warten.“</p>



<p>Die Fachkräfte sind mit den Kindern oft im Freien unterwegs. Mittwochs ist zum Beispiel „Draußen-Tag“, da lernen die Vorschulkinder, auf dem Weg zum Spielplatz im Straßenverkehr Verantwortung zu übernehmen. Im Garten gibt es Projekte, bei denen die Kinder den Umgang mit Werkzeugen ausprobieren. Selbstverständlich müssen die Erzieherinnen und Erzieher dabei aufpassen, damit sich niemand verletzt. Aber Margit Hartmann verweist auch hier auf die pädagogische Haltung, den Kindern ihre Erfahrungsfreiräume zu lassen und den Kindern viel zuzumuten, denn: „Mut überwindet die Angst.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Naturerfahrungen fördern auch soziale Kompetenzen</h2>



<p>Einmal im Jahr ist außerdem Waldwoche. „Die Natur hält viel für uns bereit, um die Risikokompetenz zu fördern“, sagt Margit Hartmann. Koordination und motorische Fähigkeiten einerseits, das soziale Miteinander andererseits. „Zum Beispiel, dass ich meinem Freund auf den Baum hoch helfe, weil ich mit ihm dort sitzen möchte, er es aber allein nicht schafft.“</p>



<p>Manchmal muss Margit Hartmann zwischen Fachkräften vermitteln, wenn es um die Frage geht, was man den Kindern zutrauen könne. Ihre Haltung dazu: eine ganze Menge. Und sie gibt ihrem Team den Tipp mit auf den Weg, das Kind mit in seine eigene Ver-antwortung nehmen: „Fragt es doch, ob es sich diese oder jene Herausforderung zumutet – das wissen Kinder schon sehr gut.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Eltern mit ins Boot nehmen</h2>



<p>Vermitteln muss die Kitaleiterin den pädagogischen Ansatz, der in der pädagogischen Konzeption formuliert ist, auch an die Eltern. Sollte es zu einem kleinen Unfall kommen, erkläre man ihnen, was passiert sei, warum es passiert sei und dass das Kind daraus lerne. „Wir versuchen, die Eltern gut mitzunehmen und Verständnis zu wecken. Transparenz ist uns sehr wichtig.“</p>



<p>Ganz anschaulich wird es, wenn die Kita die Eltern einlädt, sich selbst ein Bild von den Aktivitäten in den Bewegungslandschaften der Sporthalle zu machen. „Damit sie sehen, was ihre Kinder bereits an Erfahrungsschätzen gesammelt haben, wie sie selbst ihre eigenen Grenzen erweitert haben und was wir ihnen zutrauen.“</p>



<p>Zurück im Bewegungsraum. Dort dürfen sich die Kinder wie kleine Bergsteigerinnen und Bergsteiger fühlen. So toll Schwingschaukel oder Wippe auch sind – die Kletterlandschaft ist heute das Highlight. Über einen Kasten und eine schräge Ebene machen sich die Mädchen und Jungen auf den Weg zur Sprossenwand. Die könnte genauso gut die Eiger-Nordwand sein. Jedenfalls stecken die Nachwuchs-Messners in professionellen Klettergurten, an denen Seile mit Karabinerhaken befestigt sind. Am „Gipfel“ angekommen sichern sie sich und balancieren über ein Seil. Ein großes Abenteuer in 1.500 … ach nein … doch nur eineinhalb Meter Höhe.</p>



<p>„Die Sicherung bräuchten die Kinder eigentlich gar nicht“, schmunzelt Heike Hehr. „Aber es macht ihnen riesigen Spaß.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1440" height="1135" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-1440x1135.jpg" alt="" class="wp-image-7415" srcset="https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-1440x1135.jpg 1440w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-300x236.jpg 300w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-768x605.jpg 768w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-1536x1210.jpg 1536w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-2048x1614.jpg 2048w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-250x197.jpg 250w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-1392x1097.jpg 1392w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-263x207.jpg 263w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-457x360.jpg 457w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-580x457.jpg 580w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-324x255.jpg 324w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-238x188.jpg 238w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_gesichert_in_einem_Parcours-214x169.jpg 214w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /><figcaption class="wp-element-caption">Moritz hängt sich richtig rein. Das erfordert Kraft und Geschicklichkeit.</figcaption></figure>



<p>Die Erzieherin klettert selbst gern und war früher Übungsleiterin im Turnverein. Sie hat also genug Erfahrung und noch dazu reichlich Fantasie, um einen solch spannenden Hochseilgarten zu kreieren und ihn mit Fallschutz abzusichern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Kinder wachsen mit jedem Hindernis</h2>



<p>Karl kommt aus einem kletterbegeisterten Elternhaus. Dem Jungen gefällt das Kraxeln, „weil ich gerne irgendwo oben bin. Und weil man davon kräftig wird“. Die ganz große Herausforderung ist der Parcours für ihn nicht. Leichtfüßig geht er die Ebene hoch, bringt den Karabiner gekonnt an, greift beherzt in die Sprossenwand und steht schon bald sicher auf dem Balancierseil. Dann zeigt er auf ein Sicherungsseil: „Du kannst dich da dranhängen“, sagt er zu Chiara, die mit fragendem Blick und dem Karabiner in der Hand vor der Sprossenwand steht.<br><br>„Die Jüngeren brauchen noch ein bisschen mehr Unterstützung“, sagte Heike Hehr. „Sie wachsen aber mit jeder Kletterrunde und mit jedem Hindernis, das sie überwinden.“ Da steckt ja auch eine Menge Lernpotenzial drin: nicht nur balancieren und klettern, sondern auch Hand-Auge-Koordination. Und natürlich aufpassen, dass sie nicht über das Seil an ihrem Klettergurt stolpern.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1440" height="1791" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-1440x1791.jpg" alt="" class="wp-image-7418" srcset="https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-1440x1791.jpg 1440w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-241x300.jpg 241w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-768x955.jpg 768w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-1235x1536.jpg 1235w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-1646x2048.jpg 1646w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-250x311.jpg 250w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-1392x1732.jpg 1392w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-263x327.jpg 263w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-289x360.jpg 289w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-580x722.jpg 580w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-205x255.jpg 205w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-238x296.jpg 238w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen-214x266.jpg 214w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/zwei_Kinder_balancieren_auf_Rollen.jpg 2008w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das bewegt sich aber ganz ordentlich! Für Alessio und Ronja sind die Rollen eine wackelige Angelegenheit.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">„Ich vertraue dem Kind und greife nicht ein“</h2>



<p>Heike Hehr bemüht sich, bei den Bewegungsangeboten die richtige Balance zu finden. Zu klein darf die Herausforderung nicht sein, zu riskant darf es aber auch nicht werden. Den forschen Kindern gibt sie Tipps, worauf sie achten müssen. Den ängstlichen Kindern gibt sie Sicherheit, indem sie in der Nähe bleibt und ihnen Mut zuspricht. Wie ihre Kollegin Tamara Klos-Walter betont aber auch Heike Hehr: „Ich vertraue dem Kind und greife nicht ein.“ Wenngleich sie zugibt, dass sie die Kinder in manchen Situationen schon gern festhalten oder ihnen die Hand als Hilfestellung anbieten würde. „Ich bin aber eher ein entspannter Typ und kann viel aushalten“, sagt sie. Selbst wenn es mal zu einer Bruchlandung kommt.</p>



<p>Viel schöner ist es für Heike Hehr allerdings, die Kinder beim Wachsen zu beobachten. Nicht nur buchstäblich im Laufe ihrer Kitazeit, sondern auch beim Wachsen an den Herausforderungen. „Erst haben sie vielleicht ein bisschen Angst, dann klettern sie stolz und mit leuchtenden Augen von der Sprossenwand, wenn sie es geschafft haben.“<br><br>An ein solches Beispiel erinnert sich Margit Hartmann gut. Ein Kind hing weit oben, traute sich aber nicht, ganz über die Sprossenwand zu klettern. Es stieg wieder hinab, setzte sich ein paar Minuten auf den Boden, beobachtete die anderen – und nahm schließlich einen zweiten Anlauf. Dieses Mal klappte es. „Du darfst nur nicht an die Angst denken“, sagte das Kind anschließend zur begeisterten Margit Hartmann. „Dahinter steckt ja nicht nur Risikokompetenz, das ist Lebenskompetenz“, zieht die Kitaleiterin das Fazit.</p>
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		<title>Schlauer durch Aua?!</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/schlauer-durch-aua/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2025 10:55:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[02/2025]]></category>
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		<category><![CDATA[Risikoakzeptanz]]></category>
		<category><![CDATA[Risikobewußtsein]]></category>
		<category><![CDATA[Sichere Umgebung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Höher, schneller, weiter. Die meisten Kinder im Kita-Alter probieren sich aus und suchen Herausforderungen, sie lieben Wagnisse, wollen Neues erleben und die Welt entdecken – mal geht es gut, mal scheitern sie, nur um es erneut zu versuchen. Nur so lernen sie. Den Erwachsenen stockt dabei manchmal der Atem, sie befürchten, es könne etwas passieren. &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/schlauer-durch-aua/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Schlauer durch Aua?!“ </span>weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2> KURZ GESAGT!</h2>
<p>_Nur das Zulassen kalkulierbarer Risiken hilft Kindern, Gefahren einschätzen zu lernen</p>
<p>_Eine sichere Umgebung unterstützt die Selbstständigkeit der Kinder</p>
<p>_Spielplatzgeräte für unter Dreijährige müssen besonders gestaltet sein</p>
<p></div>



<p>Höher, schneller, weiter. Die meisten Kinder im Kita-Alter probieren sich aus und suchen Herausforderungen, sie lieben Wagnisse, wollen Neues erleben und die Welt entdecken – mal geht es gut, mal scheitern sie, nur um es erneut zu versuchen. Nur so lernen sie. Den Erwachsenen stockt dabei manchmal der Atem, sie befürchten, es könne etwas passieren. Manche beobachten die Aktion sehr genau, um im Fall der Fälle schnell eingreifen zu können. Manche unterbinden sie direkt – sicher ist sicher.<br><br>Tatsächlich zeigt sich: Nur das Zulassen und die Bewältigung vieler kleiner, überschaubarer Risiken versetzt Kinder nachhaltig in die Lage, mit größeren Risiken angemessen umzugehen – und somit letztlich die Unfallgefahren zu verringern. „Risiken gehören zum Leben dazu“, sagt auch Stefan Hien von der Unfallkasse Saarland. Er besucht als Aufsichtsperson Kitas und weiß, dass es manchmal eine Gratwanderung sein kann, in welchem Rahmen Kindern diese Risiken zugetraut werden können. Für ihn ist es deshalb wichtig, dass die Umgebung so gestaltet ist, dass sie den Kindern im Wortsinne einen geschützten Raum für Erkundungen und Entdeckungen bietet. „Spielzeuge, Spielgeräte, Spielplatzgeräte, Einrichtungsgegenstände und Möbel sowie das Gebäude müssen bestimmten, klar definierten Standards entsprechen“, erklärt er. „So werden unnötige und für Kinder nicht erkennbare Risiken minimiert.“<br><br>Die Risikoakzeptanz ist insbesondere bei Spielangeboten entscheidend. Kinder sollen die Chance haben, sich mit vertretbaren Risiken auseinanderzusetzen und so in einer sicheren, aber herausfordernden Umgebung zu lernen. Hien: „Dabei gilt es, die Balance zu halten zwischen der Notwendigkeit, Risiko anzubieten, und der Notwendigkeit, das Kind vor schwerwiegenden Verletzungen zu schützen.“ Kein Kind müsse die Erfahrung machen, dass ein Schrank umkippt, wenn es daran klettert, oder dass es seinen Körper durch ein Geländer steckt und stecken bleibt. Jedes Kind habe zwar ein Recht auf seine Beule, aber es gelte, schlimmere Verletzungen zu vermeiden, die vielleicht sogar Spätfolgen nach sich ziehen können, so der Experte. „Deshalb gibt es sinnvolle Normen und Vorschriften.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sichere Innenräume</h2>



<p>Einrichtungsgegenstände in Kitas müssen deshalb so gestaltet und gesichert sein, dass sie bis zu einer Höhe von zwei Metern keine Verletzungsgefahren durch scharfe Kanten, Ecken oder hervorstehende Haken bergen. Kanten sollten deutlich abgerundet oder abgeschrägt sein. Bewegliche Möbelteile wie Schranktüren dürfen keine Quetsch- oder Schergefahren für Kinder darstellen. Regale, Schränke und ähnliche Möbelstücke müssen kipp- und standsicher aufgestellt sein. Hien ergänzt: „Rollbare Elemente benötigen funktionierende Feststellvorrichtungen und sollten keine Stolperstellen bilden, und Schubladen müssen so gesichert sein, dass sie nicht herausfallen können, wenn ein Kind daran zieht.“ Zudem sollte man dringend ergonomisches Mobiliar verwenden, sowohl für Kinder als auch für das Personal. Das stelle zwar kein besonderes Plus in Sachen Sicherheit dar, zahle jedoch auf das Konto der Gesundheit ein.<br><br>Tageslicht ist ein wichtiger Aspekt, um die Innenräume von Kitas angenehm auszuleuchten; große Fenster und lichtdurchlässige Türen sind deshalb gerade in neuen Gebäuden weitverbreitet. Allerdings: Glasflächen müssen bruchsicher sein – und so markiert, dass niemand versehentlich dagegen rennt. „Fenster dürfen für Kinder keine Gefahr darstellen, weder im geschlossenen noch im geöffneten Zustand“, sagt Stefan Hien. Da die Gegebenheiten in den Kitas sehr unterschiedlich seien, müsse die Leitung eine Gefährdungsbeurteilung erstellen, um die Risiken zu ermitteln und Sicherheitsmaßnahmen abzuleiten. Der Fachmann der Unfallkasse Saarland erläutert: „Das gilt natürlich nicht nur für die Fenster, sondern ganz generell.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Für Spiel(platz)geräte gelten bestimmte Normen</h2>



<p>Also auch für Spielgeräte – ganz gleich ob drinnen oder draußen. „Auch hier gibt es bestimmte Normen. Zum Beispiel Höhen und andere Maße, die für die Sicherheit entscheidend sind und eingehalten werden müssen“, erklärt Stefan Hien und nennt als Beispiel die Fallhöhe eines Spielpodests: „Ab einer Höhe von 60 Zentimetern muss bei leicht zugänglichen Spielplatzgeräten eine Brüstung vorhanden sein.“</p>



<p>Für Kinder unter drei Jahren müssen Spielplatzgeräte wie Rutschen, Rampen und Treppen besonders gestaltet sein. Sie sollten entweder so gebaut sein, dass die Kleinen sie nur schwer erreichen können, oder – wenn sie leicht zugänglich sind – den Sicherheitsstandards und Normen entsprechen. Ein für die Krippenkinder vorgesehener Außenbereich mit eigenen Geräten ist unter dem Aspekt der Aufsichtsführung praktisch. „Es ist auch in Ordnung, wenn kleinere Kinder Geräte nutzen, die eigentlich nicht für sie gedacht sind. Sie müssen dann aber aktiv beaufsichtigt werden“, sagt Stefan Hien. „Die Fachkräfte wissen in der Regel, welchem Kind sie was zutrauen können – das Alter ist immer nur eine Orientierung. Es gibt Zweieinhalbjährige, die sind motorisch weiter als Vierjährige. Und oft ist es auch von der Tagesform abhängig.“ Dies alles gelte es zu berücksichtigen. Falls doch einmal ein Kind einen unsanften Abgang vom Klettergerüst macht, ist ein ausreichender Fallschutz notwendig, damit es zu keinen ernsthafteren Verletzungen kommt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1440" height="1077" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-1440x1077.jpg" alt="" class="wp-image-7437" srcset="https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-1440x1077.jpg 1440w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-300x224.jpg 300w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-768x574.jpg 768w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-1536x1149.jpg 1536w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-2048x1532.jpg 2048w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-250x187.jpg 250w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-1392x1041.jpg 1392w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-263x197.jpg 263w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-481x360.jpg 481w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-580x434.jpg 580w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-341x255.jpg 341w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-238x178.jpg 238w, https://www.dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2025/04/Kind_auf_einer_Rutsche-214x160.jpg 214w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /><figcaption class="wp-element-caption">Für Kinder unter drei Jahren müssen Spielplatzgeräte wie Rutschen, Rampen und Treppen besonders gestaltet sein. </figcaption></figure>



<p>Und was ist mit Kletterbäumen, die sich jeder DIN-Norm entziehen? „Die dürfen stehen bleiben!“, schmunzelt der Experte und führt aus, dass der Baum natürlich geeignet sein muss, also frei von Fangstellen ist, am besten schon im unteren Bereich Äste hat und dass die Kinder nicht höher als drei Meter klettern sollten. „Das kann man zum Beispiel durch Markierungen erreichen.“ Außerdem muss rings um den Baum ausreichend viel Freiraum und der Boden mit Rindenmulch oder ähnlichem Material bedeckt sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gutes, altersgerechtes Werkzeug nutzen</h2>



<p>Sollten Kinder mit scharfen Messern schnitzen oder mit richtigen Sägen hantieren dürfen? Stefan Hien weiß, dass es bei einer Beurteilung vor allem auf die Fähigkeiten und den Entwicklungsstand des jeweiligen Kindes ankommt. „Die Entscheidung darüber, welches Werkzeug ein Kind nutzen darf, muss in der Kompetenz der pädagogischen Fachkraft liegen.“ Er rät dazu, Kindern altersgerechtes Werkzeug zur Verfügung zu stellen, das von guter Qualität ist. Das sieht man etwa am GS- und dem „Spiel gut“-Siegel. Wichtig sei, so Hien, dass die Fachkräfte klare, nachvollziehbare Regeln für die Benutzung aufstellen und deren Einhaltung konsequent einfordern. „Außerdem ist es eine gute Idee, wenn Kinder unter Aufsicht das richtige Hantieren mit dem Werkzeug lernen und zum Beispiel einen Werkzeugführerschein machen.“ Trotzdem müssen potenziell gefährliche Werkzeuge wie Sägen und Handbohrer unzugänglich aufbewahrt werden.<br><br>Wenn es eingangs hieß, Kinder bräuchten eine Umgebung, die kalkulierbare Risiken zulasse, dann sind damit auch die pädagogischen Fachkräfte gemeint. Ihr Verhalten und ihre Haltung sind für das Erlernen von Risikokompetenzen von ebenso großer Bedeutung wie sicheres und geeignetes Mobiliar, Werkzeug und Spiel(platz)geräte.</p>



<div style="height:43px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="box-infos-gruen"> </p>
<h2 style="text-align: center;">TIPP!</h2>
<p>Alle Vorschriften dazu sind in der Spielplatzgeräte-normreihe DIN EN 1176, in der DGUV Information 202-022 <a href="https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/1383/aussenspielflaechen-und-spielplatzgeraete"target="_blank">„Außenspielflächen und Spielplatzgeräte&#8220;</a> (Web-code: p202022), in der DGUV  Regel 102-602 <a href="https://publikationen.dguv.de/regelwerk/publikationen-nach-fachbereich/bildungseinrichtungen/kindertageseinrichtungen-und-kindertagespflege/3604/branche-kindertageseinrichtung"target="_blank">„Branche Kindertageseinrichtung&#8220;</a> (Webcode: p102602) und in der DGUV Information 202-093 <a href="https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/3100/die-juengsten-in-kindertageseinrichtungen-sicher-bilden-und-betreuen"target="_blank">„Die Jüngsten in Kindertageseinrichtungen sicher bilden und betreuen&#8220;</a> (Webcode: p202093) nachzulesen.</p>
<p></div>
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		<title>Echt praktisch</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/echt-praktisch-5/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2025 10:55:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[02/2025]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In unserer Ausgabe 1/2021 haben wir das Thema Risiko schon einmal von verschiedenen Seiten betrachtet. Ein Blick hinein lohnt sich: kurzelinks.de/1nxk Was bedeutet „Erwerb von Risikokompetenz“ im Spannungsfeld der Aufsichtspflicht? Dazu einige Gedanken in einem Beitrag mit dem Webcode W170 auf der Webseite sichere-kita.de. Gefahrenbewusstsein hat viel mit Körperwahrnehmung und somit auch mit Bewegungsangeboten zu &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/echt-praktisch-5/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Echt praktisch“ </span>weiterlesen</a></p>
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<p>In unserer Ausgabe 1/2021 haben wir das Thema Risiko schon einmal von verschiedenen Seiten betrachtet. Ein Blick hinein lohnt sich: <br><a href="http://kurzelinks.de/1nxk">kurzelinks.de/1nxk</a></p>



<p>Was bedeutet „Erwerb von Risikokompetenz“ im Spannungsfeld der Aufsichtspflicht? Dazu einige Gedanken in einem Beitrag mit dem Webcode W170 auf der Webseite <br><a href="https://sichere-kita.de/mehrzweckraum/bewegung/bewegungsfoerderung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">sichere-kita.de</a>.<br><br>Gefahrenbewusstsein hat viel mit Körperwahrnehmung und somit auch mit Bewegungsangeboten zu tun. Dazu gibt es Informationen unter diesem Link: <br><a href="http://kurzelinks.de/a3fg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">kurzelinks.de/vn8b</a></p>



<p>Ein Appell für naturnahe Außengelände findet sich in dieser Präsentation, die zeigt, dass Kinder hier in geschütztem Rahmen Risikoerfahrungen sammeln können (PDF): <br><a href="http://kurzelinks.de/eqod" target="_blank" rel="noreferrer noopener">kurzelinks.de/eqod</a></p>



<p>Auf der Webseite kindergesundheit-info.de finden Sie gute Informationsquellen, die die Unfallprävention in Kitas zum Thema haben – darunter sind zahlreiche der gesetzlichen Unfallkassen: <br><a href="http://kurzelinks.de/him5" target="_blank" rel="noreferrer noopener">kurzelinks.de/him5</a></p>



<p>Mehr zu dem Themenkomplex „Exekutive Funktionen“ und der Schnittstelle Neurowissenschaft / Pädagogik / Psychologie gibt es auf der Webseite des ZNL Ulm: <br><a href="http://wp.znl-ulm.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wp.znl-ulm.de</a></p>



<p>Auch einige Podcasts greifen das Thema „Wildes und gewagtes Spiel“ auf, so etwa der Podcast „Live aus der Kita“ unter <a href="http://kurzelinks.de/x2ih" target="_blank" rel="noreferrer noopener">kurzelinks.de/x2ih</a>, und der Podcast des Nifbe „Auf die ersten Jahre kommt es an“, in dem sich Kathrin Hohmann mit dem Fachmann Joachim Bensel über die Grenzen zwischen notwendiger Freiheit und erforderlichem Schutz austauscht: <br><a href="http://kurzelinks.de/a3fg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">kurzelinks.de/a3fg</a><br></p>



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		<title>Exekutive Funktionen und Risiko</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/exekutive-funktionen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2025 10:54:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[02/2025]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
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		<category><![CDATA[Tipps vom Profi]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionsregulation]]></category>
		<category><![CDATA[Exekutive Funktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Handlungssteuerung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstregulation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was sind exekutive Funktionen? Man kann sie sich wie den Steuermann auf einem Schiff vorstellen. Der Motor sind die Motivationen und unsere Ziele, die wir verfolgen und erreichen möchten. Wenn plötzlich ein Hindernis auftaucht, das wir umschiffen müssen, etwas, das neu ist – dann kommen die exekutiven Funktionen ins Spiel. Sie helfen uns, unsere Handlungen &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/exekutive-funktionen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Exekutive Funktionen und Risiko“ </span>weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>


<!-- div class="rechte-spalte"> <strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-4003 size-medium" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2025/04/Dr_Petra_Arndt.png" alt="" width="227" height="300" /> </strong> <span style="color: #808080;"><sup>Foto: Elvira Eberhardt / Universität Ulm</sup> </span></p>
<p><sup>Die Neurobiologin Dr. Petra Arndt forscht am ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm u. a. zu Förderung exekutiver Funktionen und Selbstregulation als Grundlage für sozial-emotionale und kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.</p>
<p>Mehr: <a href="https://wp.znl-ulm.de"target="_blank">wp.znl-ulm.de</a></sup> </div -->




<h3 class="wp-block-heading">Was sind exekutive Funktionen?</h3>



<p>Man kann sie sich wie den Steuermann auf einem Schiff vorstellen. Der Motor sind die Motivationen und unsere Ziele, die wir verfolgen und erreichen möchten. Wenn plötzlich ein Hindernis auftaucht, das wir umschiffen müssen, etwas, das neu ist – dann kommen die exekutiven Funktionen ins Spiel. Sie helfen uns, unsere Handlungen zu planen, die Ausführung zu überwachen und mögliche Fehler zu erkennen. Oder, um im Bild zu bleiben: zu überprüfen, ob wir noch auf dem richtigen Kurs sind, und diesen gegebenenfalls zu korrigieren. Das gilt für die Gestaltung unseres Alltags genauso wie für das soziale Miteinander. Es geht also um Handlungssteuerung, Selbstregulation und Emotionsregulation gerade auch in komplexen Situationen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das hört sich in der Tat komplex an. Heißt das, exekutive Funktionen müssen erst trainiert werden?</h3>



<p>Es ist nicht nur eine Sache des Trainings, sondern vor allem auch der Gehirnreifung. Die exekutiven Funktionen sind in einer Hirnregion angesiedelt, die präfrontaler Cortex heißt. Der ist erst mit etwa 24 Jahren vollständig entwickelt. In den ersten drei Lebensjahren zeigen sich exekutive Funktionen nur punktuell. Besonders wenn Kinder gut ausgeruht und entspannt sind, können wir erste Ansätze beobachten. Ab dem dritten Lebensjahr machen Kinder einen deutlichen Entwicklungsschub. Je jünger das Kind, desto weniger greifen diese Regulationsmechanismen allerdings – und gar nichts geht mehr, wenn es müde, hungrig oder unsicher ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Können sich Kinder auch anders selbst regulieren?</h3>



<p>Ja natürlich. Sie verfügen über Regulationsmechanismen, die unabhängig von exekutiven Funktionen arbeiten, zum Beispiel am Schnuller nuckeln, sich hin- und herwiegen, die Arme um den Körper legen. Diese Mechanismen basieren auf angeborenen Verhaltensweisen und Erfahrungen, die den Kindern guttun. Im Kita-Alter entwickeln sich dann nach und nach die exekutiven Funktionen und übernehmen zunehmend eine zentrale Rolle. Das ist besonders wichtig, da wir ohne diese Fähigkeiten in unserer komplexen sozialen, materiellen und digitalen Welt kaum zurechtkämen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie wichtig ist es für Kinder, herausfordernde Situationen zu erleben, um Strategien im Umgang mit Risiken zu entwickeln?</h3>



<p>Es ist entscheidend, dass Kinder in einer strukturierten, vorhersehbaren Umgebung eigene Erfahrungen sammeln können. Dabei brauchen sie Begleitung, bis sie sicher im Umgang mit solchen Situationen sind. Ein wichtiger Schritt ist, das Kind aktiv einzubeziehen: Es sollte die Gelegenheit bekommen, die Situation selbst zu beschreiben und mögliche Lösungen zu überlegen. Gemeinsam kann man dann über diese Lösungen sprechen. Wichtig ist, das Kind nicht übermäßig zu beschützen, sodass es sich um nichts kümmern muss – denn ohne eigene Auseinandersetzung gibt es auch keinen nachhaltigen Lernerfolg und Kinder können nicht angemessen auf Risiken reagieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was haben die exekutiven Funktionen nun mit Risikowahrnehmung und Risikoeinschätzung zu tun?</h3>



<p>Dazu muss ich ein wenig ausholen. Exekutive Funktionen bestehen im Wesentlichen aus drei Unterbereichen: dem Arbeitsgedächtnis, der Impulskontrolle und der kognitiven Flexibilität.</p>



<p>Das <strong>Arbeitsgedächtnis</strong> ist vereinfacht gesagt das, woran ich gerade denke. Für eine Risikoeinschätzung muss ich aus dem Langzeitgedächtnis eine Bewertung einer vergleichbaren Situation abrufen können, die ich bereits einmal erlebt habe. Kleine Kinder haben noch keine oder nur wenige Erfahrungen gemacht, sie orientieren sich deshalb am Umfeld: Wie reagieren Eltern, Geschwister, Erzieherinnen? Zeigen diese ein erschrockenes Gesicht, signalisiert das Vorsicht; ermutigendes Verhalten deutet hingegen auf Sicherheit hin.</p>



<p>Dann gibt es die <strong>Impulskontrolle</strong>. Sie hilft, impulsives Verhalten zu hemmen und überlegtes Handeln zu ermöglichen. Beispielsweise bleibt ein Kind in einer potenziell gefährlichen Situation stehen und überlegt, wie es sicher reagieren kann.</p>



<p>Die <strong>kognitive Flexibilität</strong> entwickelt sich vor allem im Grundschulalter. Sie ermöglicht es, flexibel auf neue Situationen zu reagieren und alternative Lösungen zu finden. Zum Beispiel: Ein Kind möchte eine Straße überqueren, bemerkt jedoch herannahende Autos. Es stoppt – Impulskontrolle –, überdenkt die Situation – Arbeitsgedächtnis – und entscheidet, einen Zebrastreifen zu nutzen oder einen Umweg zu machen – kognitive Flexibilität.</p>



<p>Kitakinder haben diese Fähigkeit noch nicht vollständig entwickelt. Sie können die Gefahr erkennen und stoppen, sind jedoch häufig nicht in der Lage, eine sinnvolle Lösung zu finden. Sie bleiben zwar an einer Straße stehen, aber wissen nicht, was dann zu tun ist, um sicher hinüberzukommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Dann brauchen jüngere Kinder jemanden, der ihnen eine mögliche Lösung aufzeigt und erklärt?</h3>



<p>Richtig, aber bei Drei- oder Vierjährigen hilft es nicht, wenn man ihnen zum Beispiel einmal zeigt, dass man über die Ampel oder den Zebrastreifen gehen kann. Das funktioniert dann im besten Fall, falls sich das Kind die Information überhaupt merken kann, an dieser Straße in einer identischen Situation. Das muss trainiert werden, sie können es aufgrund der Hirnreifung aber erst ab einem bestimmten Alter lernen. Dazu muss man ihnen auch die Gelegenheit geben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist in diesem Zusammenhang noch wichtig?</h3>



<p>Das Wichtigste ist eine vorhersehbare und strukturierte Umgebung. Dazu gehören klare Regeln und Abläufe, die konsistent gelten – sowohl in der Kita als auch zu Hause. Kinder fordern das auch ein, sie lieben Rituale. Nur in solch einem stabilen Rahmen können Kinder lernen, ihre Handlungen an die Erwartungen und Gegebenheiten anzupassen. Wenn sie in diesem Setting erfolgreich handeln, verfestigen sich ihre Erfahrungen, und neue Verbindungen im exekutiven System werden gebildet. Dadurch reifen die exekutiven Funktionen weiter.</p>



<p>Im Gegensatz dazu behindert eine unvorhersehbare Umgebung – in der heute andere Regeln gelten als morgen – die Entwicklung. Kinder können in einem chaotischen Umfeld schwer einschätzen, welche Handlung passend ist, und so bleibt ein Lernerfolg aus.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was brauchen Kinder, um exekutive Funktionen gut zu entwickeln?</h3>



<p>Die Förderung exekutiver Funktionen bei Kindern ist auf verschiedenen Ebenen möglich. Besonders effektiv ist es, wenn Kinder selbst aktiv werden müssen: Sei es, dass sie eine Handlungsplanung vornehmen und ihre Handlungen anpassen, Sei es, dass sie auf unerwartete Veränderungen, etwa im Spielverlauf, reagieren. Gut geeignet sind alle Bewegungsspiele mit einem klaren, für das Kind verständlichen Regelwerk, und solche, die zugleich schnelle Anpassungsfähigkeit verlangen, wenn Mitspieler unerwartet handeln. Das Paradebeispiel wäre etwa Fußball.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das heißt, vor allem bei Sport- und Bewegungsspielen gelingt das?</h3>



<p>Nicht nur. Auch Tischspiele, künstlerische oder handwerkliche Aktivitäten eignen sich hervorragend, um exekutive Funktionen zu fördern. Solche Tätigkeiten erfordern Anpassungsfähigkeit, wenn etwas nicht auf Anhieb gelingt. Beispielsweise muss ein Kind neu ansetzen, wenn ein Bastelprojekt mit der Schere misslingt. Auch Regelspiele im sozialen Kontext bieten wertvolle Möglichkeiten, exekutive Funktionen spielerisch zu stärken.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zusammengefasst heißt das also: Exekutive Funktionen der Kinder werden am besten gefördert in einer anregenden Umgebung, die viel Bewegung ermöglicht, wenige klare Regeln enthält und durch Rituale unterstützt wird.</h3>



<p>Ja, das trifft es ganz gut. Ein oft übersehener Aspekt ist jedoch, dass sich exekutive Funktionen erschöpfen können – bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen. Intensive geistige Anforderungen machen müde, und Pausen sind unerlässlich. Deshalb ist es wichtig, den Kindern auch Ruhephasen zu ermöglichen. Eine Überforderung durch ständige Anforderungen kann dazu führen, dass die Kinder nicht mehr in der Lage sind, selbst einfache Situationen zu bewältigen.</p>



<p>Ruhezonen, Achtsamkeitsübungen oder einfach Rückzugsmöglichkeiten sind daher ein wichtiger Beitrag zur Förderung. Ob ein Kind Yoga macht, leise Musik hört, einen Ruheraum nutzt oder sich einfach für eine Weile unter einen Tisch zurückzieht, um zu beobachten – all das hilft, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Kinder haben ein gutes Gespür dafür, wann sie eine Pause brauchen, und sollten darin unterstützt werden, diese auch wahrzunehmen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was brauchen Kinder noch, um sich in dieser komplexen Welt sicher und gut zurechtzufinden?</h3>



<p>Es ist sehr wichtig, wie wir mit den Kindern interagieren und mit ihnen sprechen. Wir sollten ein Bewusstsein dafür schaffen und mit den Kindern teilen, welche Pläne wir haben. Wenn etwas nicht funktioniert, sollten wir sie ermutigen, das Problem zu beschreiben und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, anstatt – wie es Erwachsene oft tun – einfach eine Lösung vorzugeben oder das Problem für das Kind zu lösen. Das ist eine Gewohnheit, die wir uns abgewöhnen sollten. Zwar geht es schneller, aber die Kinder lernen dadurch nicht, ihre Handlungen selbst zu steuern, Probleme eigenständig zu lösen und sich anzupassen. Das gleiche gilt im Übrigen für Konfliktsituationen. Gemeinsam spielen ist ein fantastisches Übungsfeld – Rücksicht nehmen, sich selbst und andere im Blick haben, flexibel auf das Verhalten anderer reagieren, Verhaltensweise unterdrücken, die das Spiel stören oder Konflikte hervorrufen könnten. Deshalb: Kinder brauchen ausreichend Zeit, um miteinander zu spielen – wohlgemerkt, miteinander – und keinen von außen vorgegebenen, durchgetakteten Tag.</p>



<p></p>
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		<title>Hilfreicher Blick von außen</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/hilfreicher-blick-von-aussen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2025 10:54:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[02/2025]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Ausgabennummer]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Supervision]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fall 1: Frau Krause leitet seit einem halben Jahr eine Kita. Aber insbesondere bei kniffligen Entscheidungen fühlt sie sich unwohl. Für sie ist klar: Sie muss in dieser Hinsicht an ihren Führungskompetenzen arbeiten. Ein Fall für ein Coaching. Hier reflektiert sie mit einem Coach ihr Handeln. Sie erkennt, wo sie sich verbessern kann, und entwickelt &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/hilfreicher-blick-von-aussen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Hilfreicher Blick von außen“ </span>weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2> KURZ GESAGT!</h2>
<p>_Unterschied: Coaching adressiert die persönliche Entwicklung, Supervision Beziehungen auf der Teamebene</p>
<p>_Instrumente dienen der Qualitätsentwicklung</p>
<p>_Ziele: Zufriedenheit der Mitarbeitenden erhöhen, Zusammen arbeit verbessern</p>
<p></div>



<p><strong>Fall 1:</strong> Frau Krause leitet seit einem halben Jahr eine Kita. Aber insbesondere bei kniffligen Entscheidungen fühlt sie sich unwohl. Für sie ist klar: Sie muss in dieser Hinsicht an ihren Führungskompetenzen arbeiten. Ein Fall für ein Coaching. Hier reflektiert sie mit einem Coach ihr Handeln. Sie erkennt, wo sie sich verbessern kann, und entwickelt Strategien, um ihr Team besser zu führen.<br><br><strong>Fall 2:</strong> Frau Wegmann und Frau Schneider geraten leider immer wieder aneinander. Die ständigen Konflikte der Erzieherinnen belasten inzwischen das Team. Die Stimmung verschlechtert sich, die Qualität der Arbeit leidet und sogar die Fehlzeiten nehmen zu. Ein Fall für eine Supervision. Angeleitet von einer neutralen, externen Beratungsfachkraft besprechen die Beteiligten die Situation und versuchen, die jeweiligen Standpunkte zu verstehen. Ziel ist es, eine gemeinsame Lösung zu finden, sodass sich die Lage entspannt und das Team wieder gut zusammenarbeiten kann.<br><br>Die fiktiven Fallbeispiele zeigen die Unter-schiede auf: Während es beim Coaching um individuelle Förderung und persönliche Entwicklung geht, setzt die Supervision auf der Teamebene an. Sie zielt auf bessere Arbeitsabläufe, gelingende Kommunikation und (präventive) Problembewältigung ab.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht erst warten, bis es (fast) zu spät ist</h2>



<p>Geradezu idealtypisch setzen die Berliner „Kindergärten NordOst“ (KiGäNO) mit etwa 2.300 Beschäftigten in 80 Einrichtungen die beiden Instrumente ein. „Coaching nutzen wir hauptsächlich als Begleitung für neue Führungskräfte, um ihnen Sicherheit zu geben“, sagt Bereichsleiterin Annett Brümmer, die als Bindeglied zwischen dem Träger und den Kitateams fungiert. „Bei Supervisionen geht es häufig um zwischenmenschliche Beziehungen und Themen, die im Kita-Alltag auftreten.“<br><br>Allerdings sollte die professionelle Beratung nicht erst hinzugezogen werden, wenn die Probleme schon akut und Konflikte verhärtet sind. „Ich finde es wichtig, dass eine Supervision auch präventiv verstanden und als Instrument der Qualitätsentwicklung gesehen wird“, betont Annett Brümmer. Neben einem einheitlichen Kitakonzept oder internen Fachberatungen würden Supervisionen durch Externe die Leitungen und Fachkräfte stärken. „Neutrale Personen haben einen anderen Blick, stecken nicht so tief im Beziehungsgeflecht mit den Fachkräften oder auch den Kindern und Eltern drin.“ Diese Perspektive eröffne neue Handlungsmöglichkeiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Geschützter Rahmen für emotionale Themen</h2>



<p>Wichtig: Supervisionen dienen nicht der Kontrolle und sind auch kein Zeichen von Schwäche. Noch ist das nicht in allen Köpfen angekommen. „Brauchen wir nicht, wir haben hier keine Probleme“ – derlei Aussagen kennt Annett Brümmer aus Kitas. Die Bereichsleiterin hält mit Argumenten dagegen: „Supervisionen sind sehr wertvoll, weil die Fachkräfte im geschützten Rahmen emotionale Themen ansprechen können. Dafür bleibt im Arbeitsalltag manchmal keine Zeit oder man traut sich nicht heran. Die Gruppe kann auch herausfordernde Situationen reflektieren und gemeinsam einen Handlungsleitfaden entwickeln.“<br><br>Die Umsetzung erfolgt bei KiGäNO aber nur, wenn mindestens die Hälfte der Beschäftigten in der jeweiligen Kita einer Supervision zustimmt. „Das Prinzip der Freiwilligkeit ist uns wichtig, damit die Supervision angenommen wird und gewinnbringend ist“, erklärt Annett Brümmer. Ist dies der Fall, lernen sich Supervisor oder Supervisorin und das Team kennen, um herauszufinden, ob die Chemie stimmt. Danach geht es darum, konkrete Ziele zu definieren sowie Ablauf und Zeitrahmen festzulegen. Eine Feedbackrunde oder ein Folgegespräch schließen den Prozess ab. Erfolgreich war die Supervision dann, wenn die Ergebnisse nachhaltige Verbesserungen für den Kita-Alltag gebracht haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Hilfe zur Selbsthilfe“</h2>



<p>Als „Hilfe zur Selbsthilfe“ fasst Annett Brümmer den Nutzen von Supervisionen und Coachings zusammen. Professionelle Beratungen könnten dazu beitragen, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu erhöhen und die Zusammenarbeit zu verbessern. „Wir wollen unseren Fachkräften etwas an die Hand geben, damit sie mehr Sicherheit gewinnen und ihren Beruf gut ausüben können.“</p>



<div style="height:54px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="box-infos-orange"> </p>
<h2 style="text-align: center;">Förderung</h2>
<p>Mit dem KiTa-Qualitätsgesetz unterstützt der Bund die Länder bis 2026 finanziell bei Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Qualität. Im Handlungsfeld „Gewinnung und Sicherung von qualifizierten Fachkräften“ gehören auch Supervisionen und Coachings dazu. Welche konkreten Maßnahmen in welcher Höhe gefördert werden, legen jedoch die einzelnen Bundesländer fest.</p>
<p></div>
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		<title>Klettern mit Köpfchen</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/klettern-mit-koepfchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2025 10:52:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[02/2025]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabennummer]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[DIN-Normen]]></category>
		<category><![CDATA[Gefahren]]></category>
		<category><![CDATA[Strangulation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass Außengelände von Kindertageseinrichtungen ist an sich ein sicherer Spielbereich. Hierfür sorgen nach DIN-Normen gefertigte Spielplatzgeräte und die erforderlichen regelmäßigen Prüfungen. So ist auch sichergestellt, dass Spielplatzgeräte bei bestimmungsgemäßer Nutzung frei von Fangstellen sind, an denen Körperteile eingeklemmt oder hängen bleiben könnten. Allerdings kann es beim Spielen auf diesen Geräten oder beim Klettern auf Bäumen &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/klettern-mit-koepfchen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Klettern mit Köpfchen“ </span>weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2> KURZ GESAGT!</h2>
<p>_Kordeln, Ketten und längere Schals können das Risiko einer Strangulation bergen</p>
<p>_Klare Regeln aufstellen – auch zur Nutzung bestimmter Spielzeuge </p>
<p>_Eltern informieren und Einhal-tung der Regeln einfordern</p>
<p></div>



<p>Dass Außengelände von Kindertageseinrichtungen ist an sich ein sicherer Spielbereich. Hierfür sorgen nach DIN-Normen gefertigte Spielplatzgeräte und die erforderlichen regelmäßigen Prüfungen. So ist auch sichergestellt, dass Spielplatzgeräte bei bestimmungsgemäßer Nutzung frei von Fangstellen sind, an denen Körperteile eingeklemmt oder hängen bleiben könnten. Allerdings kann es beim Spielen auf diesen Geräten oder beim Klettern auf Bäumen durch manche Kleidungsstücke, Spielzeuge, Schlüsselbänder oder Fahrradhelme trotzdem zu schweren Unfällen kommen.</p>



<p>„Um mögliche Gefahren zu vermeiden, müssen Kitas und Eltern Strangulationsgefahren erken-nen können und so Kinder vor schweren Unfällen schützen“, sagt Präventionsexperte Markus Schwan, der bei der Unfallkasse Rheinland-Pfalz unter anderem für Kitas zuständig ist.</p>



<p>Die Gefahr besteht, dass die Kinder etwa mit Kordeln oder Kapuzen von Kleidungsstücken beim Spielen oder Klettern hängen bleiben – und sich strangulieren. Aber nicht nur Kleidungsstücke sind ein Risiko, auch das bunte Springseil oder der Fahrradhelm können gefährlich werden. Deshalb sei es wichtig, für Aufklärung zu sorgen und klare Regeln in den Einrichtungen aufzustellen, betont der Fachbereichsleiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefahr durch Kleidungsstücke</h2>



<p>Kinder können beispielsweise mit den im Halsbereich der Kleidungsstücke vorhandenen Kordeln in Öffnungen von Geräten hängen bleiben und sich strangulieren, Kapuzen können sich an vorstehenden Pfosten oder Astenden von Kletterbäumen verfangen. Ebenso können Kinder beim Spielen auf den Spielplatzgeräten mit losen Enden eines langen Schals oder einer langen Halskette hängen bleiben – fallen oder rutschen sie dann, kann dies schwerwiegende Verletzungen nach sich ziehen. „Leider kommt es immer wieder zu tragischen Unfällen“, sagt Markus Schwan. „Deshalb ist es so wichtig, dass sich Fachkräfte und Eltern ein paar einfache Tipps zu Herzen nehmen!“ Die zentrale Botschaft bei Kleidungsstücken lautet: Vorsicht bei Kapuzen, Schals und Kordeln im Halsbereich. Eng anliegende Schlauchschals minimieren zum Beispiel die Gefahr des „Einfädelns“. Ebenso können Eltern darauf achten, Kleidungsstücke ohne Kapuze zu verwenden oder alternativ nur mit Kapuzen, die mit Druckknöpfen oder Klettverschlüssen befestigt sind. Idealerweise verzichten die Kinder beim Besuch der Kita auch auf Schlüsselbänder und lange Halsketten. „Wichtig ist es, für Aufklärung zu sorgen und die Eltern ins Boot zu nehmen“, sagt Markus Schwan, „sie über die Gefahren zu informieren.“ Am besten schon direkt im Aufnahmegespräch, aber auch später immer wieder auf Elternabenden, bei Tür- und Angel-Gesprächen oder mit Infoflyern. Zudem bietet es sich an, dass die Einrichtungen die Regeln auch explizit im Aufnahmevertrag anführen – und von den Eltern unterschreiben lassen. „Viele Eltern sind sehr froh, dass die Sicherheit ihrer Kinder in der Kita im Fokus steht“, berichtet der Fachbereichsleiter. „Häufig sind sie sich der Risiken überhaupt nicht bewusst.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefahr durch Spielzeuge</h2>



<p>Wenn Kinder draußen toben, sollen sie selbstverständlich auch mit Pferdegeschirren, Springseilen oder Topfstelzen spielen dürfen. „Allerdings gibt es einige Sicherheitshinweise zu beachten.“ Kinder sind sehr kreativ und benutzen Spielzeuge mit Schnüren nicht immer so, wie es gedacht ist. Das Springseil wird beispielsweise zur Halskette oder die Topfstelze als Handtasche um den Hals getragen. Klettern die Kinder dann auf Bäumen oder Spielplatzgeräten, können diese vermeintlich sicheren Spielzeuge zu Strangulationsunfällen führen. „Deshalb ist es wichtig, mit den Kindern klare Regeln zum bestimmungsgemäßen Gebrauch zu erarbeiten“, rät Markus Schwan. Beispielsweise, dass Springseile zum Springen da sind und nicht als „Zügel“ um Hals oder Bauch benutzt werden dürfen. Wichtig ist es auch, dass Kinder Spielzeuge mit Seilen nicht mit auf Spielplatzgeräte oder Kletterbäume nehmen. Um die Einhaltung dieser Regeln leichter überwachen zu können, sollte das Kitateam das freie Spiel mit Geräten wie Springseilen oder Topfstelzen vermeiden. Ideal ist die Benutzung unter aktiver Aufsicht auf einer definierten Fläche ohne Spielplatzgeräte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefahr durch Fahrradhelme</h2>



<p>Der Fahrradhelm hilft bei Sturzunfällen Kopfverletzungen zu vermeiden und ist im Straßenverkehr daher unverzichtbar. Tragen Kinder allerdings Fahrradhelme auf Spielplatzgeräten, können sie mit dem Helm in Öffnungen hängen bleiben, was ebenfalls zu einem tragischen Unfall führen kann. Daher verdeutlicht Markus Schwan: „Helm tragen – zum Fahren ja, beim Spielen eine Gefahr!“ Auch hier empfiehlt es sich, Kinder und Eltern für die Problematik und die möglichen Gefahren zu sensibilisieren. Das hilft, Diskussionen im Kita-Alltag bezüglich des Tragens von Fahrradhelmen auf dem Außengelände oder Spielplatz vorzubeugen.</p>



<div style="height:58px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="box-infos-gruen"> </p>
<h2 style="text-align: center;">Sicherheitstipps</h2>
<ul>
<li>Das Kitateam für mögliche Strangulationsgefahren im Kita-Alltag sensibilisieren. </li>
<li>Eine gemeinsame Vorgehensweise zusammen im Kitateam erarbeiten. </li>
<li>Die Eltern für diese Problematik sensibilisieren und über Gefahren aufklären. </li>
<li>Regeln für die Eltern sorgen für Klarheit und beugen Diskussionen im Kita-Alltag vor. </li>
<li>Regeln für die Kinder erleichtern die Aufsichtsführung. </li>
</ul>
<p>Eine ausführlichere Checkliste gibt es <a href="https://www.kinderkinder.dguv.de/strangulation"> hier!</a><br />
Weitere Infos finden Sie in der DGUV Information „Schutz vor Strangulation“ unter:<br />
<a href="https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/1428/schutz-vor-strangulation"target="_blank">www.dguv.de</a>, Webcode: p202065</p>
<p></div>
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		<title>„Niemand kann vorurteilsfrei durchs Leben gehen“</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/niemand-kann-vorurteilsfrei-durchs-leben-gehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2025 10:54:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[02/2025]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabennummer]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Heterogenität]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frau Fischer, Kitas sind soziale Lernorte und spiegeln die Heterogenität unserer Gesellschaft wider. Schon früh lernen Kinder, die verschiedenen Merkmale von Menschen wahrzunehmen und zu kategorisieren. Ist damit schon der Grundstein für Vorurteile gelegt? Wir kategorisieren automatisch, weil unser Gehirn so funktioniert. So lernen wir. Eine idealtypische Vorstellung eines Baumes etwa erleichtert es uns, eine &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/niemand-kann-vorurteilsfrei-durchs-leben-gehen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„„Niemand kann vorurteilsfrei durchs Leben gehen““ </span>weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Frau Fischer, Kitas sind soziale Lernorte und spiegeln die Heterogenität unserer Gesellschaft wider. Schon früh lernen Kinder, die verschiedenen Merkmale von Menschen wahrzunehmen und zu kategorisieren. Ist damit schon der Grundstein für Vorurteile gelegt?</h3>



<p>Wir kategorisieren automatisch, weil unser Gehirn so funktioniert. So lernen wir. Eine idealtypische Vorstellung eines Baumes etwa erleichtert es uns, eine große Pflanze mit grünen Blättern als Baum zu erkennen. Auch in Bezug auf Menschen kategorisiert unser Gehirn. Ein Beispiel: Mann mit weißem Kittel und Stethoskop: Arzt. Mann in Kita mit Werkzeug: Hausmeister. Schwierig wird es dann, wenn wir den Personengruppen Eigenschaften zuschreiben und diese Eigenschaften auf Individuen übertragen. Dann bilden wir uns ein Urteil über eine Person aufgrund einer sehr schlechten Basis – also ein Vorurteil. Das passiert uns allen und ist auch nicht tragisch. Erst wenn wir diese Person aufgrund dieser Vorurteile anders behandeln, handeln wir ungerecht, diskriminierend und können sie damit sehr verletzen. Darüber hinaus bevorzugen Menschen Dinge, die sie kennen, denn das gibt Vertrauen und Sicherheit. In schwierigen Zeiten neigen wir allerdings dazu, das zu übertreiben, was dazu führen kann, dass wir andere abwerten, um uns selbst aufzuwerten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was bedeutet das für pädagogische Fachkräfte und das pädagogische Handeln?</h3>



<p>Zunächst benötigen sie konkretes Wissen über diese Zusammenhänge. Natürlich wird niemand vorurteilsfrei durchs Leben gehen, aber das ist auch nicht der Anspruch, solange man in der Lage ist, das pädagogische Handeln am Kind zu reflektieren, also etwa, ob diesem in bestimmten Situationen Vorurteile zugrunde liegen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sollte sich ein Team darauf einigen, was als Diskriminierung gilt – ganz gleich in welchem Kontext? Sei es, wie Kinder miteinander umgehen, sei es bei markigen Sprüchen von Elternseite oder auch innerhalb des Teams.</h3>



<p>Ja, unbedingt. Hier ist vor allem die Leitung in der Verantwortung, das in ein Leitbild zu gießen. Es muss dann aber auch wirklich gelebt werden und sich etwa auch in der Zusammensetzung der Belegschaft abbilden. Je mehr Erfahrung von Unterschiedlichkeit die Kinder machen, umso mehr wird es ihre Normalität. Kinder lernen so Werte wie Toleranz, Akzeptanz und Wertschätzung gegenüber anderen Menschen und Kulturen. Wenn es ein pädagogisches Konzept gibt, das dies berücksichtigt, kann man bei Grenzüberschreitungen etwa seitens der Eltern besser reagieren und mit Hinweis auf dieses Konzept das Gespräch suchen. Natürlich können Eltern denken, was sie möchten. In der Kita haben aber die Fachkräfte das Hausrecht. Und das ermöglicht es, von Eltern zu verlangen, dass bestimmte Dinge nicht passieren und nicht geäußert werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was kann eine Fachkraft konkret in einer grenzüberschreitenden Situation tun?</h3>



<p>Ich glaube, eine Patentlösung gibt es hier nicht, das hängt sehr stark von der Situation ab. Aber ich möchte den Blick auf einen anderen Aspekt richten: Was wäre denn, wenn sie nichts macht? Wenn sie nichts unternimmt, bedeutet es, dass das Verhalten normal ist, dass es unsere Realität ist, dass es eben solche Ansichten gibt. Bei Kindern neigt man oft dazu, über diskriminierendes Verhalten hinwegzusehen nach dem Motto: „Na ja, die sind noch klein, die wissen das noch nicht besser.“ Allerdings: Kinder lernen am Modell, also durch Beobachten und Nachahmen. Immer dann, wenn eine Fachkraft diskriminierendes oder unfaires Verhalten ignoriert, macht sie es zur Realität und Normalität, an der sich Kinder orientieren. Sie übernehmen unsere Bewertungen, Ansichten, unsere Art zu kategorisieren. Wir haben demnach eine große Verantwortung!</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kinder sollen also schon in jungen Jahren erkennen, dass Menschenwürde nicht verhandelbar ist und nicht an Vermögen, Sprache, Geschlecht, Hautfarbe oder Nationalität festgemacht werden kann?</h3>



<p>Ja! Und sie sollen auch nicht die Erfahrung machen müssen, dass es normal ist und zur Welt dazugehört und man es aushalten muss, wenn einzelne Personengruppen – oder auch sie selbst – abgewertet werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie können Kitas dazu beitragen, kritisches, vorurteilsbewusstes Denken und Handeln zu fördern?</h3>



<p>Für mich ist das Wichtigste: vorleben. Fachkräfte sollten sich nicht aus Bequemlichkeit oder Konfliktscheu wegducken, das kindliche Verhalten nicht runterspielen oder Ähnliches. Die Reaktionen der Erwachsenen sind es, die den Kindern eine Einordnung ermöglichen. In einem Satz zusammengefasst, ist vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung der Anspruch, alle Kinder in ihren Identitäten zu stärken und ihnen Erfahrungen mit Vielfalt zu ermöglichen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Können Sie das bitte erläutern?</h3>



<p>Kinder in ihrer Identität zu stärken, heißt etwa, dass sie in der Kita etwas wiederfinden, das sie aus ihrem Zuhause kennen. Konkret also: Gibt es Anknüpfungspunkte in der Kita zu ihrer Lebenswirklichkeit in der Familie? Gibt die Einrichtung einem Kind, das aus einem anderen kulturellen, religiösen, weltanschaulichen Zusammenhang kommt, genug Raum? Wird dies wertgeschätzt oder verlangt man „Anpassung“? Macht das Kind womöglich die Erfahrung, dass es „irgendwie anders“ und „unnormal“ ist? Das kann sehr stark die Neugier und sogar den Bildungserfolg eines Kindes hemmen. Wertschätzung von Vielfalt kann sehr niedrigschwellig erfolgen oder auch als Projekt angelegt werden. Jedes Kind könnte zum Beispiel ein Foto seiner Familie mitbringen, da gibt es ja viele unterschiedliche Konstellationen. Und dann sehen sich das alle gemeinsam an und reden darüber, man lässt die Kinder erzählen und fragen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fällt Ihnen ein Beispiel ein, bei dem Sie persönlich denken: Gut gedacht, schlecht gemacht?</h3>



<p>Tatsächlich finde ich es manchmal befremdlich, mit welcher Selbstverständlichkeit in Kitas selbst ohne konfessionellen Träger christliche Feste gefeiert werden, wie etwa Sankt Martin oder Fasching. Das passiert oft sehr unreflektiert. Nicht alle Kinder können damit etwas anfangen. Auch wenn Sankt Martin in Lichterfest umbenannt wird, damit sich etwa Muslime nicht diskriminiert fühlen und an der Feier teilhaben können, bleibt es ein christliches Fest – und Muslime werden vermutlich trotzdem nicht teilnehmen. Die Forderung danach kommt übrigens nicht von Muslimen! Was spricht dagegen, auch wichtige Feste anderer Religionen zu feiern oder die betroffenen Gruppen direkt zu fragen? Überhaupt bemerke ich, dass es häufig offenbar wichtiger ist, möglichst korrekte Begriffe für alles zu finden, ohne die dahinterliegenden Vorurteile oder Annahmen zu thematisieren. Denn die sind durch eine Umbenennung ja nicht verschwunden.</p>



<p><em><strong>Katja Fischer</strong> ist Psychologin und Mitglied des Arbeitskreises „Vielfalt“ der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).</em></p>



<div style="height:55px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="box-infos-blau"><br />
Auf der Webseite <a href="http://www.situationsansatz.de"target="_blank">www.situationsansatz.de</a> finden Sie viele Informationen zum Thema. Hilfreich und für die Praxis sehr geeignet sind die Materialien der Datenbank <a href="http://www.vielfalt-mediathek.de"target="_blank">www.vielfalt-mediathek.de</a> unter dem Reiter „Vielfalt gestalten“.</p>
<p></div>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sicher ans Ziel</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/lastenrad/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2025 10:51:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[02/2025]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabennummer]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Praxis]]></category>
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		<category><![CDATA[Lastenfahrrad]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Kitas Lastenfahrräder nutzen wollen, woran müssen die Fachkräfte denken? Damit die Fahrt mit den Kindern wirklich sicher ist, gilt es, ein paar wichtige Dinge zu beachten. Dazu gehört eine gute Planung. Die Kitas sollten genau überlegen, was für ein Modell sie anschaffen – und mit dem Team klare Regeln festlegen, welche Aspekte bei der &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/lastenrad/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Sicher ans Ziel“ </span>weiterlesen</a></p>
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<h3 class="wp-block-heading">Wenn Kitas Lastenfahrräder nutzen wollen, woran müssen die Fachkräfte denken?</h3>



<p>Damit die Fahrt mit den Kindern wirklich sicher ist, gilt es, ein paar wichtige Dinge zu beachten. Dazu gehört eine gute Planung. Die Kitas sollten genau überlegen, was für ein Modell sie anschaffen – und mit dem Team klare Regeln festlegen, welche Aspekte bei der Nutzung berücksichtigt werden müssen. Zudem ist es unerlässlich, die Eltern vorher zu informieren und eine Einverständniserklärung von ihnen einzuholen. Prinzipiell dürfen Kinder erst mit dem Lastenfahrrad transportiert werden, wenn sie selbstständig sitzen und ihren Kopf sicher halten können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was für ein Lastenrad eignet sich für Kitas?</h3>



<p>In der Regel entscheiden sich Kitas für Lastenräder mit einer Transportbox auf zwei Vorderrädern. Allerdings zeigt eine Untersuchung der Unfallforschung<sup data-fn="f16af46b-b328-47bb-bed1-1e6bd7b2f100" class="fn"><a href="#f16af46b-b328-47bb-bed1-1e6bd7b2f100" id="f16af46b-b328-47bb-bed1-1e6bd7b2f100-link">1</a></sup> inklusive Crashtest, dass diese Räder in der Kurve leicht umkippen. Beim Aufprall sind die Kinder vor allem am Kopf und Oberkörper zu wenig geschützt. Deshalb sollte das Lastenrad über eine Neigetechnik verfügen, wie sie von einigen Herstellern bereits angeboten wird. Das sorgt für mehr Stabilität. Außerdem sollten die Sitze mit Kopfschutz und Aufprallschutz ausgestattet sein. Und selbstverständlich braucht jedes Kind einen eigenen Gurt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was sollten Kitas vorher noch klären?</h3>



<p>Werden Lastenfahrräder in Kitas eingesetzt, gelten sie grundsätzlich als Arbeitsmittel. Das heißt: Die Kitaleitung oder der Träger muss prüfen, welche Gefährdungen und Belastungen damit einhergehen, und daraus Maßnahmen ableiten. Stichwort: Gefährdungsbeurteilung. Beispielsweise muss festgelegt werden, in welchen Abständen die Lastenräder sicherheitstechnisch überprüft werden und durch wen diese Prüfung erfolgt. Außerdem müssen alle Personen genau wissen, wie sie das Lastenrad richtig benutzen – und wie sie sich bei einem Unfall oder einer Panne zu verhalten haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Worauf kommt es bei der Fahrt an, damit alle sicher ans Ziel kommen?</h3>



<p>Es gilt, den sichersten Weg zu wählen, ohne viel Verkehr, und nicht den schnellsten. Vor dem Start müssen die Fachkräfte prüfen, ob alle Gurte sicher eingerastet sind und jedes Kind einen Helm trägt. Das ist das A und O. Die Unfallforschung zeigt, dass die Hälfte der Kinder im Lastenrad keinen Helm trägt und ein Drittel nicht korrekt angeschnallt ist.</p>



<p><em>Die Fragen beantwortete Sabine Bünger, Leiterin des Sachgebiets Verkehrssicherheit in Bildungseinrichtungen bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)</em></p>



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<ol class="wp-block-footnotes"><li id="f16af46b-b328-47bb-bed1-1e6bd7b2f100">Siehe: Unfallforschung der Versicherer – <a href="http://kurzelinks.de/y3t3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">kurzelinks.de/y3t3</a> <a href="#f16af46b-b328-47bb-bed1-1e6bd7b2f100-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren">↩︎</a></li></ol>


<div style="height:57px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="box-infos-orange"><br />
Weitere Informationen zur sicheren Nutzung von Lasten rädern finden Sie in der Informationsschrift „Lastenfahrräder zur Kinderbeförderung in Kindertageseinrichtungen“, die Sie hier als PDF herunterladen können: <a href="https://publikationen.dguv.de/regelwerk/publikationen-nach-fachbereich/bildungseinrichtungen/verkehrssicherheit-in-bildungseinrichtungen/4893/fbbe-010-lastenfahrraeder-zur-kinderbefoerderung-in-kindertageseinrichtungen-was-gibt-es-zu-beachte"target="_blank">www.dguv.de</a>, Webcode: p022539</p>
<p></div>
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		<title>Die kreative „Bastel-Moni“</title>
		<link>https://www.dguv-kinderkinder.de/die-kreative-bastel-moni/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2025 10:52:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[02/2025]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
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		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Basteln]]></category>
		<category><![CDATA[Rentnerin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn ich mittwochs das Kinderhaus Dachtel betrete, fühlt es sich für mich so an, als würde ich nach Hause kommen. 38 Jahre lang habe ich dort als Erzieherin gearbeitet, bis ich im Jahr 2015 in den Ruhestand gegangen bin. Damals wurde der Kindergarten zu einer Ganztagseinrichtung ausgebaut, das gesamte Erzieherinnen-Team wechselte – alles veränderte sich. &#8230; <a href="https://www.dguv-kinderkinder.de/die-kreative-bastel-moni/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Die kreative „Bastel-Moni““ </span>weiterlesen</a></p>
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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wenn ich mittwochs das Kinderhaus Dachtel betrete, fühlt es sich für mich so an, als würde ich nach Hause kommen. 38 Jahre lang habe ich dort als Erzieherin gearbeitet, bis ich im Jahr 2015 in den Ruhestand gegangen bin. Damals wurde der Kindergarten zu einer Ganztagseinrichtung ausgebaut, das gesamte Erzieherinnen-Team wechselte – alles veränderte sich. Die Entscheidung aufzuhören war trotzdem nicht leicht für mich, denn ich habe meinen Beruf und ganz besonders die Arbeit mit den Kindern geliebt.</p>



<p>Schon im ersten Rentenjahr habe ich gemerkt, wie sehr mir die Kinder fehlen. Also habe ich überlegt, wie ich wieder Kindergartenluft schnuppern könnte. So ist die Idee entstanden, einmal in der Woche im Kreativbereich auszuhelfen. Die Kitaleitung und das Team haben mich mit offenen Armen empfangen und waren von meinem Vorhaben begeistert. Mir macht das Freispiel-Bastelangebot großen Spaß – und den Kindern auch. Sie nennen mich „Bastel-Moni“ und freuen sich, wenn ich mittwochs in die Kita komme.</p>
</blockquote>
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